World Economic Outlook: IWF sorgt sich um Frankreich

World Economic Outlook
IWF sorgt sich um Frankreich

Die größten Risiken für die Weltwirtschaft gehen aus Sicht des IWF von der Eurozone aus. Eine Rezession in Frankreich, könnte die Fähigkeit der Kernländer einschränken, den Randstaaten zu helfen.
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Washington/BerlinDie Schuldenkrise im Euro-Raum bereitet dem Internationalen Währungsfonds große Sorgen. Ein Grund dafür ist das drohende Abgleiten Frankreichs in die Rezession, wie der IWF am Dienstag im Weltwirtschaftsausblick betonte. Dem Eurozonen-Schwergewicht sagt der Fonds 2013 eine um 0,1 Prozent schrumpfenden Wirtschaftsleistung voraus: "Dies könnte Fragen aufwerfen hinsichtlich der Fähigkeit der Kernländer, den Randstaaten bei Bedarf zu helfen." Mittelfristig drohe der Euro-Zone eine andauernde Stagnationsphase. Beunruhigt sind auch Börsenprofis in Deutschland, das laut IWF auf Wachstumskurs bleibt. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Wirtschaft in den nächsten sechs Monaten sackte ab.

"Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich erneut verbessert, doch bleibt die Erholung in den Industrieländern holprig", lautet der Gesamtfazit des IWF. Kurzfristig bleibe Europa mit den zusätzlichen Unsicherheiten der Zypern-Entwicklung für die Finanzstabilität der Haupt-Risikofaktor. Der Europäischen Zentralbank legt der IWF eine geldpolitische Lockerung nahe, da in etlichen Krisenländern am Rande der Euro-Zone die Zinsen noch zu hoch seien. Ansonsten könnten Staaten wie Deutschland, denen es finanzpolitisch relativ gut gehe, ihre Spielräume nutzen und mehr für das Wachstum tun, empfiehlt der Fonds. Er schraubte seine Wachstumsprognose für Deutschland für das laufende Jahr leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent nach oben und rechnet für 2014 mit plus 1,5 Prozent.

Die vom IWF erwartete Rezession im Euro-Raum von 0,3 Prozent in diesem Jahr spiegelt dem Fonds zufolge nicht nur Schwächen am Rande des Währungsraumes wider. Mit Blick auf Frankreich hieß es, inzwischen habe "eine gewisse Schwäche" auch den Kern der Euro-Zone erreicht. Frankreich macht derzeit die hohe Arbeitslosigkeit zu schaffen, die Wirtschaft steht bereits mit einem Bein in der Rezession.

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  • Bei den unterschiedlichen Wirtschaftsleistungen hätte man den Euro niemals einführen dürfen. Er wird über kurz oder lang zu Grabe getragen. Beschleunigen könnte das die AfD, die den Altparteien die Mehrheiten versauen wird. Die deutschen Bürger haben den Hals voll!

  • aber der IWF muß sich doch um Frankreich keine Sorgen machen weil der Schäuble sagt, dass die auf einem guten Weg sind. ausserdem hat der Draghi Frankreich heimlich gerettet, weil er denen mit unzähligen Billionen über LTRO hilft. wissen die das beim IWF nicht? ich denke es ist alles eine nachhaltige Routineretterei?

  • "Japan werde wegen seiner super-expansiven Geld- und Fiskalpolitik deutlich an Wachstumskraft gewinnen"

    Genauso wie Spanien durch seine Kreditexpansion jahrelang deutlich an "Wachstums"kraft gewann. Dumm nur, dass es nur eine Immoblase und nicht nachhaltig war. Genauso ist es in Japan. Durch das Schneeballsystem/den Kreditbetrug der BOJ wird die bestehende Industrie nur künstlich aufgeblasen und gedopt, das Bestehende über die Zeit verlängert, was den notwendigen Prozess der kreativen Zerstörung nur aufschiebt und immer mehr aufkummuliert. Als ob es leichter wäre, sich zu verändern, wenn man den Anpassungsbedarf von Jahrzehneten in Monaten und Jahren nachholen muss! Die heutigen Mainstream-Ökonomen, die solcher Quacksalberei den Anstrich von Seriösität verleihen sind doch alles Schreibtischtäter!

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