World Economic Outlook
IWF warnt vor Risiken durch Finanzkrise

Eine Woche vor Beginn seiner Jahrestagung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Abschwächung der Weltkonjunktur gewarnt.

mzi WASHINGTON. In seinem World Economic Outlook (WEO) nennt der Fonds als Grund die durch die Finanzkrise ausgelösten Turbulenzen. Gleichzeitig aber äußerte der IWF die Hoffnung, dass die Weltwirtschaft robust genug ist, um weiter zu wachsen: Die Weltwirtschaft befinde sich in ihrer stärksten Wachstumsphase seit Anfang der 70er Jahre.

Dennoch wird erwartet, dass der IWF seine Prognose erst einmal nach unten korrigiert. In IWF-nahen Kreisen heißt es, die Wachstumserwartung für die Weltwirtschaft werde von 5,2 auf 4,8 Prozent gesenkt. Als besonders kritisch betrachtet der IWF die Tatsache, dass dem Bankensektor die nötige Liquidität fehlen könnte. Der scheidende IWF-Direktor Rodrigo de Rato sagte, es werde mindestens "einige Monate dauern und sehr wahrscheinlich bis hinein in das nächste Jahr" Zeit benötigen, bis das Liquiditätsniveau wieder einen normalen Stand erreicht habe. Vor allem die Länder Osteuropas könnten einen Engpass zu spüren bekommen. Während die Schwellenländer in Asien und Lateinamerika inzwischen Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschafteten, sei das in Osteuropa derzeit nicht der Fall.

Grundsätzlich besteht nach Einschätzung des IWF immer die Gefahr, dass starke internationale Kapitalzuflüsse zu einer Überhitzung im kapitalimportierenden Land und zu einer erhöhten Krisenanfälligkeit führen. Allein für 2007 beziffert der IWF die Nettokapitalströme in die Schwellenländer auf knapp 500 Mrd. Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor gut zehn Jahren. Doch sei die Weltwirtschaft inzwischen sehr viel stärker finanziell integriert. Zudem fließe das Kapital in mehr Länder und treffen dabei auf solidere wirtschaftliche Rahmenbedingungen als zu den Zeiten der letzten großen Finanzkrise Ende der 90er Jahre. Die IWF-Experten raten den Regierungen der Schwellenländer, nicht mit ihren eigenen Währungen auf dem Kapitalmarkt zu spekulieren oder Barrieren zu errichten, um den Zufluss ausländischer Währungen zu verhindern.

Der Fonds lobt das globale Wachstum, hebt aber gleichzeitig hervor, dass der Nutzen daraus sehr ungleich verteilt sei. Nicht alle Länder und sozialen Gruppen würden davon entsprechend profitieren. Die Autoren des IWF-Berichts mahnen die Regierungen zudem, wachsam zu bleiben: Die Politik müsse flexibel bleiben, um auf neue Risiken reagieren zu können. Die Turbulenzen an den Kreditmärkten im Zuge der US-Hypothekenkrise zeigten deutlich, wie eng die Finanzmärkte verzahnt seien und wie aufmerksam die Geldpolitiker auf drohende Schwierigkeiten achten müssten.

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