Yen zieht deutlich an
Industrieproduktion in Japan heftig gestiegen

Die japanische Industrieproduktion ist im September überraschend stark gestiegen. Nach vorläufigen Daten habe die saisonbereinigte Industrieproduktion im September zum Vormonat um 3,0 % zugelegt, teilte das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie am Mittwoch mit.

HB TOKIO. Ein unerwartet deutlicher Anstieg der Industrieproduktion in Japan hat den Dollar zum Yen am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit November 2000 gedrückt. Im späten Handel in Tokio notierte die US-Währung bei 107,97 Yen und damit erstmals seit 35 Monaten unter der Marke von 108 Yen. Händler begründeten den Yen- Höhenflug mit der unerwartet robusten Industrieproduktion Japans. Ausländische Investoren hätten daraufhin Dollar gegen Yen abgestoßen.

Wie das Industrieministerium METI berichtete, dürfte die Produktion nach Einschätzung der heimischen Industrie auch im Oktober mit 2,8 % und im November mit 2,5 % weiter anziehen. Angesichts dessen hob das Ministerium seine Einschätzung der japanischen Wirtschaft an und sieht nun „Zeichen einer Erholung“.

Auch aus Sicht von Ökonomen deutet der überraschende Produktionszuwachs im September darauf hin, dass die vom Export gestützte Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt trotz der Besorgnis erregenden Festigung des Yen-Außenwerts weiter andauert. Im August war die Produktion noch um 0,7 % gesunken.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg um lediglich 1,5 % prognostiziert. Im August hatte sich noch ein Minus von 0,7 % ergeben.

Im Jahresvergleich nannte das Ministerium nach unbereinigten Daten einen Produktionsanstieg von 3,4 %. Hier hatten sich im August und Juli noch Rückgänge um 1,3 und 0,3 % ergeben.

„Gestiegene Exporte sind wahrscheinlich der größte Faktor dahinter“, sagte der Chefvolkswirt von Barclays Capital Japan, Mamoru Yamazaki. „Bis August deutete der Drei-Monats-Trend für Exporte nach unten, aber dies hat sich im September umgekehrt, und vermutlich kurbelt das die Produktion an.“

Die jüngsten Wirtschaftsdaten sowie positive Halbjahresbilanzen führender japanischer Technologieunternehmen beflügelten auch die Investoren am Aktienmarkt. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte zog um 178,21 Punkte oder 1,69 % auf 10 739,22 Punkte an. Die Titel des japanischen Siemens-Partners Fujitsu legten um 49 auf 721 Yen zu, nachdem das Elektronikunternehmen für das bis 31. März 2004 laufende Geschäftsjahr die Ertragswende prognostiziert hatte. Im ersten Halbjahr konnte Fujitsu den Vorjahresverlust deutlich verringern.

Sony stiegen um 50 auf 3910 Yen, nachdem der Elektronikriese am Vortag drastische Umstrukturierungspläne für den Konzern einschließlich einer Reduzierung der weltweiten Arbeitsplätze um fast 13 % bekannt gegeben hatte. Der Aktienkurs des Konkurrenten Matsushita Electric Industrial erhöhte sich um 85 auf 1442 Yen in Reaktion auf einen robusten Anstieg des Gruppen-Nettogewinns des führenden Herstellers von Unterhaltungselektronik um 31,5 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%