Zahl der Firmenpleiten 2004 leicht gestiegen
Creditreform: Keine Trendwende bei Insolvenzen in Sicht

Im laufenden Jahr hat die Zahl der Firmeninsolvenzen vor allem wegen gestiegener Unternehmenspleiten in Westdeutschland leicht zugenommen. In Ostdeutschland meldeten nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform dagegen weniger Firmen Konkurs an.

HB FRANKFURT. „Anders als es sich in der ersten Jahreshälfte angedeutet hatte, ist der Gipfel der Unternehmenszusammenbrüche noch nicht erreicht und eine Trendwende nicht in Sicht“, sagte Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl am Dienstag in Frankfurt. Die Firmenpleiten seien im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 % auf 36 900 gestiegen. Einer der Hauptgründe für die Insolvenzen sei das unzureichende Eigenkapital vieler Unternehmen. Für das kommende Jahr rechne er mit einer etwa gleich bleibenden Zahl von 38 000 bis 40 000 Insolvenzen, sagte Rödl.

Allerdings gewinne die Gründungsdynamik in Deutschland wieder an Fahrt, ergänzte Rödl. Dieses Jahr hätten sich zum Jahresende hochgerechnet 928 000 (Vorjahr 809 000) Gründer im Gewerberegister eingetragen. Der Schwerpunkt liege vor allem im Dienstleistungsgewerbe.

Die leichte Zunahme der Insolvenzen dieses Jahr rühre ausschließlich von Konkursanmeldungen im Westen, erläuterte Rödl. Hier seien die Firmenpleiten binnen Jahresfrist um 1,9 % auf 30 200 Betriebe gestiegen. In Ostdeutschland meldeten 9 400 Unternehmen Konkurs an, im vergangenen Jahr waren es noch 9 820.

Traditionell würden die meisten Insolvenzen im Dienstleistungsbereich verzeichnet - 47,7 % der Pleiten kämen aus diesem Sektor, sagte Rödl. Die Branche musste einen Anstieg der Pleiten um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Im Handel stiegen die Insolvenzen leicht um 0,5 %. „Die Hauptlast der Pleiten trägt dabei der Einzelhandel“, sagte Rödl. Die höchste Insolvenzdichte habe aber die Baubranche, wenngleich das Baugewerbe erfreulicherweise einen Rückgang von Unternehmenszusammenbrüchen von 1,8 % verzeichnet habe. Im verarbeitenden Gewerbe seien die Insolvenzen indes mit einem Rückgang von 8,6 % deutlich geschrumpft.

Der Kardinalfehler bei Firmenzusammenbrüchen sei die Finanzierung, erklärte Rödl. „Hier dominieren eindeutig Managementfehler.“ Vor allem mangele es an ausreichendem Eigenkapital. „Gerade einmal 19,9 % der mittelständischen Unternehmen verfügten über mehr als 30 % Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme und sind damit ausreichend kapitalisiert“, erläuterte Rödl. An diesem Punkt müssten Unternehmen ansetzen, um Insolvenzen zu vermeiden. Zugleich bedürfe es aber auch einer konjunkturellen Belebung, die frischen Wind in die Unternehmen bringe.

Es gebe aber einige Bereiche, die als relativ Insolvenzsicher gelten, fügte Rödl hinzu. Dazu zählten etwa Optiker und Brauereien sowie Apotheken und Wirtschaftsprüfer. Die niedrigste Pleitenquote auf 10 000 Betriebe hätten Beerdigungsinstitute.

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