Zahl des Tages
Griechenlands Offenbarungseid

Trotz Milliardenhilfen von der EU werden die Staatsschulden Griechenlands 2012 auf 166 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern. Das werden die Griechen niemals zurückzahlen können.
  • 9

Die neuesten Zahlen aus Griechenland dürften selbst hartgesottene Finanzer schockieren: Die EU-Kommission hat die Prognose zur Gesamtverschuldung gerade noch mal korrigiert. 2012, so die Beamten, werden die Staatsschulden der Griechen bei sagenhaften 166,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Das entspräche bei einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, von dem die griechische Regierung ausgeht, einem Schuldenstand von fast 356 Mrd. Euro.

Wofür die Griechen das alles ausgegeben haben, wissen wir nicht. Sie hätten damit 160.000 Schuldnerberater à la RTL-Star Peter Zwegat für 100 Jahre engagieren können. Wäre vielleicht nicht die schlechteste Idee gewesen.

Jeder der 11,3 Millionen Griechen schiebt rechnerisch ein Minus von 31.566 Euro vor sich her. Das klingt zunächst gar nicht mal dramatisch: In Deutschland kommen auf jeden Einwohner ebenfalls an die 25.000 Euro Staatsverschuldung - das ist nur ein Fünftel weniger. Nur: Die Griechen nehmen im Vergleich so gut wie nichts ein. Während der deutsche Fiskus für 2011 ein Steueraufkommen von fast 250 Mrd. Euro verplanen kann, wird der hellenische Finanzminister gerade mal 56 Mrd. Euro einnehmen. Und knapp 50 Mrd. Euro gleich wieder ausgeben.

Das heißt: Er erwirtschaftet einen mickrigen Überschuss von gerade mal 6 Mrd. Euro, und würde fast 60 Jahre brauchen, um den Schuldenberg abzutragen - wenn man ihm sämtliche Zinszahlungen erließe. Das wird aber nicht passieren. Im Gegenteil: Griechenland zahlt für seine Kredite immer höhere Zinsen. Inzwischen bekommen die Griechen am Kapitalmarkt frisches Geld nur noch für rekordverdächtige 25 Prozent Zinsen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble zahlt für denselben Kredit gerade einmal 1,76 Prozent - 14 Mal weniger.

Bleibt es bei solchen Konditionen am Kapitalmarkt, so hat die Großbank Uni Credit ausgerechnet, dann würde der Schuldenstand der Griechen nicht sinken - wie in den optimistischen Modellkalkulationen des Internationalen Währungsfonds IWF vorgesehen. Sondern geradezu explodieren: 2030 läge er bereits bei 330 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Griechenland wird also wohl umschulden müssen. Sprich: In die Insolvenz gehen. Dann werden die Gläubiger zwar einen Großteil des geliehenen Geldes verlieren. Inzwischen kommen aber schon 37 Prozent der griechischen Schulden von anderen Staaten, 2013 könnten es - den neuen Milliardenhilfen sei Dank - bereits 51 Prozent sein. Und Regierungen sind es ja gewohnt, Löcher einfach mit neuen Schulden zu stopfen.

Kommentare zu " Zahl des Tages: Griechenlands Offenbarungseid"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hinsichtlich der angegebenen Gesamtverschuldung von 353 Mrd. € ist je nach Definition grösste Skepsis angebracht.

    Will man eine annähernde Realbetrachtung vornehmen addieren sich zu den Staatsschulden von 353 Mrd € etwa weitere 420 Mrd. € Verpflichtungen aus griechischen Kranken- und Rentenversicherungen, sowie etwa 170 Mrd. € Schulden, die von privat, Unternehmen und öffentlichen Organsiationen griechischen Banken geschuldet werden.

    Möchte man den Augias-Stall gründlich ausmisten, sind ebenfalls Konzepte vorzulegen, wie erschlichene EU-Subventionen zurückzuzahlen sind!

    Quellen: Handelsblatt u.a. vom 02.03.2010

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-duldet-griechenlands-betrug-seit-jahren/3381312.html?p3381312=all

    http://www.fortunanetz.de/dev/kbeobacht/2011/Mai/Mai06.php

    Darin u.a. auch enthalten das ganz spannende das FAKT-Video vom 27.02.2010

    http://www.youtube.com/watch?v=crJeuOqKaD4&feature=player_embedded

  • Die europäische Währungsunion ist gescheitert, nur will es keiner der verantwortlichen EUromantikern zugeben.
    Viele Fachleute haben schon vor der Euro Einführung gewarnt.
    Der Fehler ist die Einheitswährung Euro selber!
    Eine einheitliche Währung für Volkswirtschaften mit so unterschiedlicher Produktivität, Ausrichtung, Leistungs- fähigkeit und bereitschaft ist ökonomisch gröbster Unsinn.
    Eine Währung hat die wichtige Funktion, Ungleichgewichte in den Außenbilanzen zwischen einzelnen Volkswirtschaften auszugleichen. Der Euro vernichtet dieses Basiselement. Deshalb muß die Anpassung über die Realwirtschaft, sprich Löhne und Preise, erfolgen. Die Folge sind Rezession, wegbrechen der Staatseinahmen, abhängigkeit der schwächeren Ländern von permanenten! Transferleistungen.
    Die EU Diktaturwährung TEuro, versklavt die freien Völker Europas, indem sie die einen zu Almosenempfängern degradiert und die anderen ausplündert.
    Der Euro ist ein frankensteinsches Monstrum, welches nur durch die Politik und unvorstellbare Mengen an Subventionen, siehe ESM, künstlich am Leben erhalten wird.
    Und dies alles zu Lasten des Steuerzahlers!
    Ein freies und gesundes Europa und auch Deutschland braucht keine Währungsunion!!
    Die Verletzung geltenden Rechts mit dem Bruch des Lissabon Vertrages gegen das "No Bail Out" Gesetz Art. 125 AEUV (früher Art. 103 EG) zeigt das wahre Gesicht der EU, die Recht beugt und Gesetze bricht und ändert wie es für sie gerade zweckmäßig ist.
    Über die mafiösen Strukturen innerhalb der EU die Korruption möglich machen (z. B. Ex-Ösi Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ! und andere bereits überführte und zurückgetretene ** Verbrecher) wollen wir hier erst gar nicht reden.
    Die EU ist eine despotische, undemokratische, ja diktatorische Organisationen; ohne jegliche demokratische Legitimierung der Bürger welche von dieser zur Erreichung eigenster Interessen ausgebeutet werden. Der Rettungsschirm ist Augenwischerei, er hilft den Ländern leider nicht wie man sieht!

  • Habe mir gerade auf dem Zensierten Dumm Fernsehn M. Illner angesehen.

    Herrn Kampeter cdu, stand seine Ratlosigkeit wenn es um die Kernprobleme des Euros ging, gerade zu ins Gesicht geschrieben. Es fiel ihm sichtlich schwer, die Leute weiterhin mit Phrasen wie der Euro ist alternativlos, der Euro ist gut für die "BRD", etc. - sie wissen schon, zu belügen. Deshalb ließ er sich wohl zu der einzig wahren Aüßerung verleiten: Der Euro ist ein POLITISCHES Projekt, herbeigeführt von den charakter- und heimatlosen EUrophilen der EinheitsbreiPartei, welche anstatt für ein starkes Deutschland einzutreten, ihr Heil in der EU Diktatur suchen.

    Als dem grünen Giegold nichts mehr einfiel womit er hätte argumentieren können, wurde schnell die "Rechtspopulistenkeule" bemüht um alle Kritiker der Diktatwährung mundtot zu schlagen. Im Anschluß direkt die WelkriegII Keule aus der Ökobaumwolltragetasche herausgezogen und losgebrabelt: Die bösen Deutschen sollten mal wieder erinnern welche Schandtaten sie begangen hätten, wie gut die restliche Welt doch zu ihnen war, und daß die Deutschen doch dankbar sein sollen jetzt alles zurückzahlen zu dürfen.
    Anstatt die realen Probleme zu sehen die vom Euro ausgehen wird populistisch der deutsche Schuldkomplex bemüht!
    Ich dachte, wie krank muß so ein Hirn sein, oder wie oft wurde er im Kindergarten wohl verprügelt, daß so eine die Realitäten leugnende Persönlichkeit daraus werden kann?
    Dieser arme Ignorant kannte beim Reden weder Punkt noch Komma und ließ sich auch von der Moderatorin nicht bremsen!
    Typischer überheblicher, arroganter, realitätsfremder grüner Oberlehrer.
    Leute, wer sowas wählt, ist wirklich verantwortungslos.
    Das muß man jedem mit dem man ins Gespräch kommt klar machen, was die "Grünen" und ihr Gedankengut wirklich sind. Es gibt viele Leute welche die Grünen nur als Naturschutz und Anti Atomkraft Partei begreifen und diese deshalb wählen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%