Zahlen
Defizit der Leistungsbilanz in USA steigt

Das Leistungsbilanzdefizit in den USA hat sich im Schlussquartal des vergangenen Jahres nach vorläufigen Berechnungen kräftig ausgeweitet. Das teilte das amerikanische Handelsministerium mit. Den Angaben zufolge stieg der Passivsaldo auf 224,9 Mrd. Dollar nach 185,4 Mrd. Dollar im dritten Vierteljahr des zurückliegenden Jahres.

DJ/doh DÜSSELDORF. Volkswirte hatten zuvor einen Passivsaldo von 219,5 Mrd. Dollar erwartet. Damit lag das Leistungsbilanzdefizit im vierten Vierteljahr zwar deutlich über den Erwartungen - allerdings wurde das für das dritte Quartal ausgewiesene Defizit deutlich von minus 197,8 Mrd. Dollar auf minus 185,4 Mrd. Dollar korrigiert.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg das Leistungsbilanzdefizit im Schlussquartal 2005 von 5,9 Prozent auf 7,0 Prozent. Für das gesamte Jahr 2005 ergibt sich damit ein durchschnittlicher Fehlbetrag von 6,4 Prozent gemessen am BIP. Das Defizit lag 2005 bei 804,9 Mrd. Dollar. Vor dem Hintergrund steigender Ölpreise lag es damit um 20,5 Prozent höher als das Defizit im Jahr 2004 - damals hatte es 668,1 Mrd. Dollar betragen.

Zugleich veröffentlichte das amerikanische Handelsministerium gestern den Einzelhandelsumsatz der USA im Februar: Die Umsätze sanken gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent auf saisonbereinigt 362,29 Mrd. Dollar. Volkswirte hatten mit einem geringeren Umsatzrückgang gerechnet. Die Umsätze ohne Kraftfahrzeuge sanken um 0,4 Prozent. Für Januar wurden die Angaben auf plus 2,6 Prozent nach vorläufig gemeldeten 2,2 Prozent revidiert. Auch die Gesamtrate korrigierte das Ministerium und gab einen Anstieg von revidiert 2,9 Prozent bekannt.

Volkswirte wie die der Dresdner Bank/Allianz Group werteten die Zahlen wegen der vielen auslaufenden Sondereffekte als Normalisierung von einem ungewöhnlich starken Aktivitätsniveau um die Jahreswende. Der Mittelwert der ersten beiden Monate 2006 gegenüber dem Mittel des vierten Quartals 2005 deute mit 2,8 Prozent auf "eine der stärksten Zuwachsraten seit Beginn des laufenden Aufschwungs hin." Das unterstütze ihre Einschätzung eines sehr kräftigen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal.

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