Zahlen des Bundesfinanzministeriums
Delle bei Steuereinnahmen bleibt vorerst aus

Bund und Länder haben im ersten Quartal insgesamt 135 Milliarden Euro von den Bürgern und der Wirtschaft eingenommen. Insgesamt rechnen die Institute dieses Jahr mit „knapp 613 Milliarden Euro“ Steueraufkommen.
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DüsseldorfDie Steuereinnahmen sind im März um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das berichtet das Handelsblatt unter Verweis auf Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium. Damit hätten Bund und Länder im ersten Quartal insgesamt 135 Milliarden Euro von den Bürgern und der Wirtschaft eingenommen. Das seien 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum gewesen, hieß es weiter. Die von Volkswirten befürchtete Delle in Folge der schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist damit vorerst ausgeblieben.

„Die eingetrübte Ertragslage der Unternehmen dämpft das Aufkommen der gewinnabhängigen Steuern, und die wohl nicht mehr so kräftig steigenden Bruttolöhne und -gehälter dämpfen den Zuwachs des Lohnsteueraufkommens“, hatte die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten konstatiert. Zudem minderten Steuerrechtsänderungen das Aufkommen, weil der Grundfreibetrag zum Jahresbeginn leicht angestiegen sei.

Insgesamt rechnen die Institute dieses Jahr mit „knapp 613 Milliarden Euro“ Steueraufkommen, sagte Finanzexperte Götz Zeddies vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Das wären zwar 13 Milliarden Euro mehr als 2012, doch der Zuwachs würde um rund vier Milliarden Euro geringer ausfallen, als bei der letzten Schätzung veranschlagt. 2014 dürfte dann mit knapp 641 Milliarden Euro wieder annähernd das zuletzt geschätzte Niveau erreicht werden.

Die nächste Steuerschätzung wird am 8. Mai veröffentlichet.

Kommentare zu " Zahlen des Bundesfinanzministeriums: Delle bei Steuereinnahmen bleibt vorerst aus"

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  • Steuerkonzept von Prof. Kirchhof

    http://www.youtube.com/watch?v=je76hmicssU

  • Handelsblatt berichtet
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    Die Steuereinnahmen sind im März um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.
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    Davon sind 1,5% Inflation, und etwa 1% reales Wirtschaftswachstum.

    Ergo bleiben etwa 3%, die der "kalten Progression" zuzurechnen sind.

    Ein Steuersystem daß derartige "stille Steuererhöhungen" beinhaltet mag in Zeiten klammer Kassen aufgrund von Bankenrettung und europäischer Staatsschuldenkrise ja ganz praktisch sein, ist aber auf Dauer für Steuerzahler unzumutbar.

    Und ebenso ist das eine Staatsquote von 45%.

    Due Schweiz wird ja wohl niemand als ein unzivilisiertes Land bezeichnen - wenn die mit einer Staatsquote von 35% auskommt sollte das auch in Deutschland möglich sein.

    Der Abbau der Staatsausgaben in Deutschland sollte also endlich in Angriff genommen werden - und zwar in erster Linie bei allen Arten von Transferleistungen und bei der Staatsbürokratie.

    Die so erzielten Ersparnisse sollten zu gleichen Teilen für den Schuldenabbau und für Steuersenkungen verwendet werden.

    Wobei es sinnvoll erscheint, die neueste Steuer zuerst abzuschaffen - also endlich weg mit dem sogenannten "Soli". 24 Jahre nach der Wiedervereingung kann es dafür keinerlei Berechtigung mehr geben.

    Auch sollten die Progressionsstufen bei der Einkommenssteuer von sukzessive oben nach unten abgeschafft werden, unter gleichzeitiger Erhöhung des Freibetrags.

    ...

    Eine ebenso notwendige Maßnahme wäre die Abschaffung der "Familienförderung", die Deutschland zum Magneten für Kindergeldmigration gemacht hat.

    Langfristig sollten alle Sozialleistungen in einer altersproportinalen Volksrente (altersproportinonale "negative Steuern") zusammengefaßt werden und fest an das Steueraufkommen des Vorvorjahres in der Einkommensteuer gebunden werden.

    Das entsorgt die Bedürftigkeitsprüfungsbürokratie, nimmt Konjunkturrisiken aus dem Haushalt und erzeugt eine Rückkoppelung von Wirtschaftskraft und dem Bezug arbeitslosen Einkommens.

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