Zahlen des Statistischen Bundesamt
Einzelhandel brach im April ein

Die deutschen Einzelhändler haben im April deutlich weniger verkauft als vor einem Jahr. Auf der Basis provisorischer Zahlen teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit, dass die Einnahmen preisbereinigt um drei Prozent gesunken seien - obwohl der April zwei Verkaufstage mehr hatte als vor einem Jahr.

HB BERLIN. "Wenngleich die Zahlen mit Vorsicht zu betrachten sind, da die amtliche Einzelhandelsstatistik derzeit umgestellt wird, zeigt sich, dass der Einzelhandel in Deutschland weiterhin schwer zu kämpfen hat", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands BAG, Rolf Pangels. Der Verband HDE sprach von "grottenschlechten Zahlen" und warnte vor einer Mehrwertsteuer-Erhöhung. Analysten sagten, die Vorzeichen für den privaten Verbrauch im zweiten Quartal stünden schlecht.

Eine saisonbereinigte Veränderung zum Vormonat wiesen die Statistiker wegen der Datenumstellung nicht aus. Seit Jahresbeginn fehlen belastbare Daten zum Umsatz im Einzelhandel. Die vorläufigen Daten basieren lediglich auf den Umsatzmeldungen großer Filialketten. Nach Angaben des Amtes soll die Umstellung im nächsten Monat abgeschlossen sein.

Bereits jetzt zeichnet sich aber ab, dass die Branche keine Erholung erlebt hat: „In den ersten vier Monaten des Jahres 2005 lag der Umsatz des Einzelhandels nominal genauso hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum; real ist er um ein Prozent gesunken“, erklärten die Statistiker.

Pangels ergänzte: „Die Branche hatte in den letzten Jahren so starke Umsatzeinbußen zu verzeichnen, dass sie auf das Umsatzniveau von 1995 zurückgefallen ist.“ HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr sagte: Die Zahlen bestätigen unsere Befürchtung, dass 2005 das vierte Jahr mit Umsatzrückgang in Folge sein wird.“

Von Reuters befragte Analysten hatten im April im Schnitt nur einen realen Umsatzrückgang von 0,3 Prozent zum Vorjahr erwartet. Sebastian Wanke, Konjunkturexperte der DekaBank, sagte, er habe zumindest mit stabilen Umsätzen im April gerechnet. Eine Ursache könnte sein, dass die ersten Haushalte mit hohen Heizkostenabrechnungen konfrontiert worden seien. „Außerdem waren die Menschen wohl auch durch die sich verschlechternden Konjunkturaussichten verunsichert“, sagte der Analyst.

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