Zahlen des Statistischen Bundesamtes
Wieder mehr als 40 Millionen Erwerbstätige

Trotz der Konjunkturflaute gibt es in Deutschland mehr Erwerbstätige. Zum zweiten Mal nach der Wiedervereinigung hat deren Zahl innerhalb eines Quartals die 40-Millionen-Marke überschritten. Allerdings fiel der Zuwachs vom ersten zum zweiten Quartal etwas geringer aus.

HB WIESBADEN. Zum zweiten Mal seit der Wiedervereinigung hat die Zahl der Erwerbstätigen die Marke von 40 Mill. überschritten. Im zweiten Quartal 2008 waren trotz der Konjunkturflaute rund 40,2 Mill. Menschen erwerbstätig, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres wuchs die Erwerbstätigenzahl aber etwas schwächer. Im ersten Quartal hatte das Plus gegenüber dem Vorjahr noch 1,6 Prozent betragen.

Die deutsche Wirtschaft war von April bis Juni um 0,5 Prozent geschrumpft nachdem sie zu Jahresanfang noch kräftig um 1,2 Prozent zugelegt hatte.

Der Zuwachs bei der Zahl der Erwerbstätigen fiel vom ersten zum zweiten Quartal ebenfalls etwas geringer aus. Der übliche saisonal bedingte Anstieg lag bei 1,1 Prozent, ein Jahr zuvor hatte er 1,2 Prozent betragen. Das Plus lag aber immer noch leicht über dem durchschnittlichen Zuwachs der vergangenen Jahre von 410 000 Personen. Bereits im vierten Quartal 2007 war die 40-Millionen-Marke überschritten worden.

Ohne die jahreszeitlich bedingten Schwankungen stieg die Zahl von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 76 000 Erwerbstätige (plus 0,2 Prozent), nachdem der Zuwachs zu Jahresbeginn wegen der außergewöhnlichen milden Witterung und dem Saisonkurzarbeitergeld besonders kräftig ausgefallen war. Damals verzeichneten die Statistiker ein Plus von 210 000 oder 0,5 Prozent.

Den größten Anstieg gab es im Dienstleistungssektor, also in den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Verkehr, Finanzierung, Vermietung sowie öffentliche und private Dienstleister. Hier erhöhte sich die Erwerbstätigenzahl im zweiten Quartal um 1,5 Prozent. Im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) lag das Plus bei 1,6 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft bei 1,5 Prozent.

Demgegenüber setzte sich im Baugewerbe der seit Ende vergangenen Jahres anhaltende Rückgang der Erwerbstätigkeit fort: Im zweiten Quartal 2008 gingen hier in etwa genauso viele Arbeitsplätze verloren wie im Quartal zuvor (minus 18 000 Personen oder 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Der insgesamt zu verzeichnende Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich resultierte fast vollständig aus der Zunahme der Zahl der Arbeitnehmer, die sich im zweiten Quartal um 1,6 Prozent auf 35,7 Mill. erhöhte. Ausschlaggebend sei nach wie vor der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, teilte die Behörde weiter mit.

Dagegen wuchs die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger nur geringfügig um 0,1 Prozent auf rund 4,5 Millionen. Hier sei die rückläufige Entwicklung bei der geförderten Selbstständigkeit zu berücksichtigen.

Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhöhte sich im zweiten Quartal 2008 die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf 346,3 Stunden. Wesentlich dazu beigetragen hat, dass im zweiten Quartal des Jahres drei Arbeitstage mehr zur Verfügung standen als im Vorjahresquartal.

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