Zahlen für August
US-Arbeitsmarkt kommt nicht in Schwung

Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Im August wurden keine neuen Stellen geschaffen. Der von Analysten erwartete Zuwachs bei der Beschäftigtenzahl blieb aus.
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WashingtonDie schwächelnde US-Wirtschaft schafft keine Jobs mehr. In dem von Börsenturbulenzen und einer drohenden Staatspleite geprägten August stagnierte die Zahl der Beschäftigten überraschend, teilte das Arbeitsministerium am Freitag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten ein Plus von 75.000 erwartet.

Eine schlechtere Arbeitsmarktbilanz hatte es zuletzt im September 2010 gegeben, als sogar Stellen wegfielen. Im Juni und Juli wurden zudem 58.000 Jobs weniger geschaffen als bislang erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 9,1 Prozent. Auch Veränderungen in der Struktur der Beschäftigten deuten auf eine Konjunkturschwäche. So nahm die Zahl der Zeitarbeiter von 8,4 auf 8,8 Millionen zu. Auch die Zahl der durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden pro Beschäftigtem nahm leicht ab: Sie sank um 0,1 Stunden auf 34,2 Stunden.

„Der August war ein harter Monat für die Volkswirtschaft. Die Unternehmen haben die Einstellung von Mitarbeitern erst einmal verschoben“, sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics angesichts des Ausverkaufs an den Aktienmärkten. Er folgte nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der mit rekordhohen Schulden kämpfenden USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Allerdings trug auch ein Sondereffekt zu dem schwachen Ergebnis bei: Wegen eines Streiks beim Telekomkonzern Verizon fielen allein 45.000 Beschäftige aus der Bilanz heraus.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. Der Konsum leidet auch unter der schwachen Lohnentwicklung. Die Stundenlöhne fielen im August um durchschnittlich 0,2 Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zahlen für August: US-Arbeitsmarkt kommt nicht in Schwung"

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  • Dass die USA nicht auf die Beine kommen, liegt auch daran, dass seit Jahren die Rüstungsausgaben zu hoch sind. Der Irak-Krieg von J. W. Bush hat die US-Schuldenlast enorm in die Höhe getrieben. Es ist jede Menge Geld für militärischen Treibstoff nach Saudi-Arabien und seine Nachbarn geflossen, zu Lasten der westlichen Wirtschaft. Wenn die USA und der Westen sich noch weitere "Befreiungen" erlauben sollten, dann bricht der Westen zusammen.
    In Sachen hohe Rüstungsausgaben hat die Wirtschaftspresse "Scheuklappen" und sieht über sie hinweg. Stattdessen empfiehlt sie ab und zu Aktien von Rüstungsfirmen als angebliches Schnäppchen.

  • arbeitsmarkt-technisch oder auf die weltwirtschaft bezogen?

  • Wie kommen die Analysten bloß auf die Zahl 75.000 ? Gut, auch wenn die Zahl vermutlich gemittelt ist, müssen die doch irgendwelche Anhaltspunkte für ihre Schätzungen haben. Aber Kaffeesatzleserei scheint wohl immer mehr in Mode zu kommen.

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