ZEW-Geschäftsklima-Index: Ökonomen treten auf die Euphorie-Bremse

ZEW-Geschäftsklima-Index
Ökonomen treten auf die Euphorie-Bremse

Gegen alle Erwartungen fällt das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung im Juli. Zwar bleibe der Grundoptimismus, sagen Analysten. Doch die Erklärungsansätze für die getrübte Stimmung sind ganz unterschiedlich.
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FrankfurtBörsianer blicken mit wachsender Skepsis auf die deutsche Wirtschaft. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten fiel im Juli überraschend auf 36,3 Punkte von 38,5 Zählern im Vormonat. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg auf 39,6 Punkte erwartet.

„Auffällig ist, dass die Analysten etwas auf die Euphorie-Bremse treten. Insgesamt bleibt aber ein gewisser Grundoptimismus für die deutsche Wirtschaft. Allerdings bereitet vielen die Entwicklung in China Kopfzerbrechen. Schließlich bedeutet das, dass es für den deutschen Export von dort keine positiven Impulse geben wird. Das dämpft die Stimmung etwas. Zugleich gehen wir aber davon aus, dass die chinesische Wirtschaft keine harte Landung hinlegen wird“, sagte Ökonom Rainer Satoris, von HSBC Trinkaus.

Auch Ulrich Wortberg von Helaba ist überrascht von den Werten. „Gleichwohl bleibt das insgesamt positive Konjunkturbild in Deutschland erhalten, denn das Niveau der Erwartungskomponente ist weiterhin hoch. Die Vorgaben für den Ifo-Geschäftsklimaindex sind uneinheitlich.“

„Der ZEW-Index ist überraschend schlecht ausgefallen. Das ist kein gutes Zeichen für die Euro-Zone und zeigt, dass auch in Deutschland nicht alles so rosig läuft wie viele vielleicht denken“, sagt Sebastian Sachs von der Metzler Bank.

Die derzeitige Lage bewerteten Finanzprofis allerdings besser als im Vormonat. Das Barometer stieg um zwei auf 10,6 Zähler. Hier hatten Ökonomen lediglich einen Anstieg auf 9,0 Punkte erwartet. Die Bundesbank wie auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sagen Deutschland in diesem Jahr nur ein mageres Wachstum von 0,3 Prozent voraus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " ZEW-Geschäftsklima-Index: Ökonomen treten auf die Euphorie-Bremse"

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  • Natürlich wurde der Einbruch mit aller Macht hianusgezögert und das ist auch weiter nötig.
    Sollte der Einbruch unkontrolliert erfolgen, werden wir alle mehr verlieren, als die Eurobilliarden je kosten könnten.
    Sorgen muss uns machen, wie quälend langsam die gewonnene Zeit genutzt wird, aber Besitzstände und Demographie lassen uns wohl nicht mehr viel Raum.

    H.

  • Genau. Der eigentliche Einbruch wurde mit allen Mitteln hinausgezögert...., jetzt kommt die Wahrheit ans Licht.

    Schade dass die ganzen DUMMEN jetzt den Schuldigen in den Migranten suchen werden.

  • Was sollen eigentlich diese ganzen Indexe?? man muss nur auf die Straße schauen und seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen.

    Gibt es eigentlich schon wieder Abkommen mit den Autobauern, erst nach den Wahlen die Zahlen des Stellenabbaus bekanntzugeben??

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