ZEW-Index
Analysten halten Finanzkrise für verdaut

Professionelle Anleger und Analysten sehen einen Silberstreif am Horizont. Das ZEW-Konjunkturbarometer hat sich im Oktober unerwartet stabilisiert. Damit scheinen die Abwärtskorrekturen in Folge der Finanzkrise abgeschlossen zu sein. Der Markt findet die Daten allerdings nur „ganz nett“. Entsprechend fiel die Reaktion des Dax aus.

HB BERLIN. Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Oktober nicht weiter eingetrübt. Das ZEW-Barometer verharrte im Oktober überraschend bei minus 18,1 Punkten, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Der monatliche Indikator liegt damit aber noch immer weit von seinem historischen Mittelwert von 32,1 Punkten entfernt.

Vor der Veröffentlichung waren noch verschiedene Experten von einem Rückgang des Stimmungsbarometers ausgegangen. Die Stabilisierung signalisiere nun, dass die wichtigsten Abwärtskorrekturen in Folge der Finanzkrise abgeschlossen zu sein scheinen, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter 278 Experten.

Gestützt werde der Aufschwung weiter von der sinkenden Arbeitslosigkeit. Allerdings könnten die Erwartungen durch die Diskussion um die Hartz IV Reformen beeinträchtigt werden. Als wesentlichen Risikofaktor für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten identifizierten die Befragten die Exporte, die wegen des starken Euro und einer schwächeren US-Wirtschaft nachlassen dürften.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich im Oktober ebenfalls leicht. Der Euro-Indikator stieg um 1,3 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 19,0 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm um 2,7 Punkte ab und steht bei 62,9 Punkten.

Auch die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland verschlechterte sich ein weiteres Mal. Der entsprechende Indikator sank um 4,2 Punkte auf 70,2 Punkte.

„Ganz nett“ hieß es im Markt zum Index. Er sei zwar nicht so schlecht wie erwartet erschienen, biete aber kaum Anlass, sich dem fallenden Markt entgegenzustellen. „Der Index ist weiter im negativen Bereich und zeigt damit immer noch einen Rückgang der Konjunkturerwartungen“, so ein Händler. Kaufgründe gebe es daher vor dem Hintergrund von Rekordhochs im Öl weiter nicht. Zudem habe das ZEW-Institut als Risiko der Konjunkturentwicklung den Export bezeichnet. „Das dürfte den MDax weiter unter Druck setzen.“

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