ZEW-Index bricht ein

Deutsche Wirtschaft gerät ins Schlingern

Beginn einer neuen Krise? Der ZEW-Konjunkturindex sinkt überraschend deutlich. Die weltweiten Krisen zeigen „spürbare Auswirkungen“. Auch die Bundesregierung rechnet mit schlechten Nachrichten.
Update: 12.08.2014 - 12:58 Uhr 9 Kommentare

Schwacher ZEW-Index enttäuscht Anleger

Berlin/MannheimBörsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im August den achten Monat in Folge skeptischer. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen sank überraschend deutlich um 18,5 auf 8,6 Punkte und damit so kräftig wie seit rund zwei Jahren nicht mehr, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter Investoren und Analysten mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2012.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 18,2 Zähler erwartet. Das ZEW begründete die Entwicklung damit, dass „die anhaltenden geopolitischen Spannungen mittlerweile spürbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft zeigen“. Da auch die Konjunktur im Euro-Raum nicht richtig in Fahrt komme, sei zu befürchten, dass das „Wirtschaftswachstum in Deutschland 2014 weniger stark ausfallen wird als bislang erwartet“.

Ökonomen sehen den wirtschaftlichen Aufschwung nun in Gefahr. „Die Sorgen um das Wachstum in Deutschland und der Euro-Zone sowie die Eskalation in der Ost-Ukraine machen die Finanzmärkte nervös“, sagt Christian Schulz von der Berenberg Bank. Der stärkste Rückgang seit der Euro-Krise 2012 zeige, wie nervös die Investoren seien.

Ähnlich sieht das auch Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Die konjunkturelle Aufbruchstimmung ist dahin. Stattdessen macht sich Konjunkturskepsis breit - vor allem wegen der geopolitischen Lage.“ Die überzogenen Wachstumserwartungen würden nun angepasst. Einen Konjunktureinbruch müsse man aber nicht fürchten.

Bundesregierung erwartet Konjunkturdelle
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9 Kommentare zu "ZEW-Index bricht ein: Deutsche Wirtschaft gerät ins Schlingern"

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  • Haben Sie eigentlich jemals konstruktiv dafür gearbeitet um sich Ihren 911 GT3 (um Ihren Geltungsdrang genüge tun zu können) leisten zu können oder einfach nur alles geerbt? Nur soviel zu Ihrer arroganten Auffassung dass Ihresgleichen angeblich den Rest der Bevölkerung durchfüttert... Das Grundübel der Weltweiten Finanz und daraus folgenden Wirtschaftskrise sucht ihre Ursache in der Gier und Unwillen der Besitzenden (meist geerbt) abzugeben, ihrer Unfähigkeit (da ohne jedes Talent) Werte zu schaffen und die daraus entstandene Kreditexpansion (ihr Geld gegen hohe Zinsen zu verleihen). Und all dies wegen des aus Minderwertigkeitskomplexen (oder besser Nichtwertigkeitskomplexen) hervorgerufenen pathologischen Geltungsdrangs.

  • @ Meisenkaiser
    Umverteilung von unten nach oben ... ein Brüller! Unten hat nichts! Was soll da bitte nach oben verteilt werden? Unten kostet uns 80 Mrd. Soziales p.a.. Wir füttern euch mit durch, ohne murren.

  • Schlingern? So ein Blödsinn!
    Ich warte auf einen 911 GT3 seit 4 Monaten. Der Macan meiner Frau ... 5 Monate in Verzug.
    Der R8 meines Freundes ... 4 Monate Verzug.

  • Der deutsche Städtetag fordert mehr gesetzliche Freiheiten für die kreative Anhebung von kommunalen Gebühren, z.B. der Odnungsämter. Natürlich wird das sprachlich netter verpackt! Aber es bleibt Tatsache: Die Steuern und Abgaben steigen wie verrückt. Längst gibt es eine zweite Miete, getrieben nicht zuletzt durch Grundsteuer, Entsorgung, Straßenreinigung und andere Gebühren.
    Der Investor steht noch ganz gut da, weil er auch niedrige Zinsen nutzen kann. Der Sparer ist gekniffen. Er hat praktisch keine Chance mehr, etwas für sein Alter vorzusorgen. Das ist eine hochgefährliche Entwicklung, die nicht von Banken, sondern von den ultimativ verschuldeten Staaten zu verantworten ist. Es sind die Zentralbanken, die die Zinsen derart manipulieren, dass für den Staat das Schuldenmachen erleichtert wird.

    Ich bin nur mal gespannt, wann jeder die Konsequenzen dieser monströsen Marktmanipulation verstanden hat und den Staaten kein Geld mehr gibt. Dass dagegen der Konsum einbricht, das halte ich eher für fraglich. Was sonst sollte der Mensch mit Geld noch machen, - außer es auszugeben.

    Mich überrascht die aktuelle Entwicklung jedenfalls gar nicht. Höchstens in ihrer bisher noch sanften Auswirkung.

  • Das sind die Wirkungen einer überbordenden fetischistischen Steuer-Politik, der staatlichen Repression und dem damit verbundenen Diebstahl und der Enteignung der hart arbeitenden Bevölkerung. Und die West-Koalition der Unruhe-Stifter, der Friedens-Störer und der total durchgeknallten Kriegs-Treiber wird das Übrige dazu tun, damit möglichst viel 'runter gerissen wird..! Ich kann nur wünschen und hoffen, dass die Drängler auf dem Kriegs-Pfad sich gegenseitig behindern oder später zur Rechenschaft gezogen werden. Wer die Macht zum Frieden hat, aber den gegenläufigen Weg einschlägt, muss sich dann zum Kriegsverbrecher einstufen lassen..!

  • ich hoffe, dass diese koalition das was sie anrichtet auch zu spüren bekommt. aber den politikern ist es egal 9% mehr für die abgeordneten und permanenter zuwachs - da kann man doch gut "regieren", d.h. als aoziologe, lehrer oder pastor schwätzen-

  • Ja dasd war doch aber absehbar. Wo nur noch Gier einiger Weniger herrscht, bricht so ein Gebäude irgendwann zusammen.
    Und diese Merkel-Regierung tut nichts dagegen, wie auch? Sie hat es doch selbst mit zu verantworten.
    Der Euro, dieses Kunstgeld, war für uns normale Bürger eine 100%ige Preiserhöhung und ist es bis heute.
    Nun hat halt niemand mehr Geld um einzukaufen, es seidenn in Billigläden und die wrden ja auch immer mehr.
    Merkel und Schäuble machen Politik für oberen Zehntausend, der normale Bürger kommt bei denen gar nicht vor
    Und nun noch die vom Westen selbst ausgelöste Ukraine-Krise.
    Deutschland geht seinem Ende entgegen
    Wir schlittern mit Macht in eine DDR 2.0

  • Hätte der Bürger mehr verfügbares Einkommen, dann könnte er auch mehr Geld ausgeben, aber leider wird man ja geschröpft wo es nur geht; exemplarisch sind die total widersinnige EEG-Umlage sowie die kalte Progression erwähnt, die es verhindern, dass man mehr in der Tasche zum Ausgeben hat.

    Zudem werden die Sparguthaben von Schäuble willentlich entwertet (Altersvorsorge ade), damit unsere Freunde im Süden am Leben erhalten werden können.

    Hoffentlich bricht die Nachfrage noch mehr ein, denn ohne Druck entscheidet unsere Regierung leider nichts.

  • Es fehlt die Nachfrage! Das sind die Folgen der Umverteilungspolitik von unten nach oben. Die Menschen haben kein Geld mehr übrig, vorrangig Abgaben fressen das Einkommen auf. Demgegenüber haben einige wenige zu viel Geld, stecken es aber nur zu einem kleinsten Teil in den Konsum!
    Alles bekannt, Systemfehler!

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