ZEW-Index
Finanzmarktprofis werden optimistischer

Zehn Mal in Folge war der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen der Analysten und institutionellen Anleger gefallen, nun werden die Finanzmarktprofis optimistischer: Der Index ist auf dem Weg aus dem Minus-Tal - und zwar schneller als erwartet. Das Kieler IfW hob unterdessen seine Prognose für 2007 an.

HB MANNHEIM. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim am Dienstag mitteilte, legte der Indikator um 9,5 Punkte auf minus 19,0 Punkte zu. Am Markt war damit gerechnet worden, dass sich der ZEW-Index lediglich auf minus 25 Punkte verbessert.

Im Januar dieses Jahres hatte der Index mit 71,0 Punkten ein Zweijahreshoch erreicht, war bis November aber auf minus 28,5 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit März 1993 gesunken. Der historische Mittelwert des Index liegt bei 33,7 Punkten. An der Umfrage des ZEW für den Index beteiligten sich diesmal 303 Analysten oder Vertreter institutioneller Investoren.

„Die Erwartungen haben wohl die Talsohle durchschritten und befinden sich dank robuster Konjunkturperspektiven im Aufwind“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung habe an Breite gewonnen und bilde ein stabiles Fundament für das Jahr 2007. Die Auftragslage bleibe stabil, die Unternehmen investieren vermehrt in die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten. Die zunehmende Entspannung am Arbeitsmarkt stärke das Vertrauen der Verbraucher. Das ZEW befragt die Finanzmarkt-Profis nach ihrer Einschätzung der Konjunktur auf Sicht von sechs Monaten.

Der Index für die aktuelle Konjunkturlage setzte im Dezember seinen Höhenflug fort und stieg auf plus 63,5 Punkte, nach plus 53,0 im Vormonat. Die Konjunkturerwartungen für die gesamte Eurozone verbesserten sich dem ZEW zufolge auf minus 3,0 (November: minus 11,0) Punkte, der Index für die aktuelle Lage wurde mit plus 56,8 (plus 50,0) angegeben.

Bankenvolkswirte werteten den ZEW-Index als Indiz dafür, dass die deutsche Konjunktur trotz der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung stark bleibt. „Die Analysten haben endlich ihre Depressionen überwunden“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank zum Anstieg des Indikators. „Das spricht dafür, dass wir die Mehrwertsteuerdelle zu Beginn des kommenden Jahres ohne größere Blessuren überwinden werden.“

Ralph Solveen von der Commerzbank erwartet ebenfalls, dass die Konjunktur im Frühjahr und Sommer wieder anzieht und verwies auf den Ifo-Index: Beim wichtigsten deutschen Frühindikator, der auf einer Befragung von Unternehmen fußt, zeigen die Erwartungen bereits seit längerem nach oben.

Seite 1:

Finanzmarktprofis werden optimistischer

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%