ZEW-Index
Konjunktur-Optimismus stößt an Grenzen

Der Optimismus professioneller Analysten und Anleger für die deutsche Wirtschaft hat im Juni überraschend nachgelassen: Das Konjunkturbarometer ZEW-Index ist nach sechs Anstiegen in Folge gefallen. Schon befürchten die ersten Experten, dass es der Ifo-Index seinem Pendant ZEW am Freitag gleichtun könnte.

HB MANNHEIM. Der Index der ZEW-Konjunkturerwartungen sank auf 20,3 von 24,0 Punkten im Mai, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Das Barometer blieb damit unter seinem langjährigen Durchschnitt von 33,0 Zählern.

„Die Lagebeurteilung ist nach wie vor hervorragend, aber die konjunkturelle Dynamik wird sich nach Ansicht der Experten nicht weiter beschleunigen“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter 300 Finanzmarktprofis. „Insgesamt zeugen Lage- und Erwartungskomponente jedoch von guten konjunkturellen Perspektiven.“

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 29,0 Punkte gerechnet. Die aktuelle Lage schätzten die Umfrageteilnehmer etwas besser ein als im Vormonat. Der Teilindex kletterte auf den Rekordwert von 88,7 Punkte. Hier war ein leichter Rückgang auf 87,5 Punkte erwartet worden.

Experten der Banken zeigten sich in ersten Reaktionen überrascht von dem Rückgang. Andreas Scheuerle von der Dekabank meint: „Das Ergebnis ist Enttäuschung und Rätsel gleichermaßen. Angesichts der sehr guten Lage halten es viele Experten wohl nicht für möglich, dass es noch besser kommen kann.“ Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt wies darauf hin, dass vor allem die Erwartungskomponente die Erwartungen substanziell verfehlt habe: „In Teilen hat das sicher damit zu tun, dass der Aktienmarkt im Befragungszeitraum sehr volatil war, und dass das bei der Meinungsbildung der Finanzexperten eine recht große Rolle gespielt hat.“

Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort rechnet nun "erst recht mit einem Ifo-Rückgang am Freitag. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Ifo-Index weiter fallen, obwohl wir wohl ein gutes BIP-Wachstum haben werden.“

Uwe Angenendt von der BHF-Bank wies auf den Ölpreis und die steigenden Zinsen als belastende Faktoren für die Konjunktur hin. Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort ergänzte, auch die steigenden Rohstoffpreise dämpften das Wachstum. Wörtlich meinte Guntermann: „Nun rechen wir erst recht mit einem Ifo-Rückgang am Freitag. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Ifo-Index weiter fallen, obwohl wir wohl ein gutes BIP-Wachstum haben werden.“

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