ZEW-Index
Konjunkturhimmel hellt sich auf

Die Finanzmärkte beurteilen einer ZEW-Umfrage zufolge die Aussichten für die deutsche Konjunktur wieder etwas optimistischer. Die Hoffnung auf eine Belebung leidet aber unter der anhaltenden Unsicherheit über den wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung.

HB BERLIN. „Positiv zu Buche schlagen der etwas niedrigere Ölpreis sowie das weiterhin robuste Wachstum der Weltwirtschaft“, sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wolfgang Franz. Dagegen dürfte die anhaltende Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik die Stimmung belastet haben. „Die Experten scheinen zu befürchten, dass sich das Reformtempo verlangsamt und wichtige Reformvorhaben keine Mehrheit finden.“

Die aktuelle Lage bewerteten die Experten fast unverändert, der entsprechende Indikator stieg auf minus 58,0 von minus 58,1 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg des Erwartungsindex auf 42 Punkte und einer Verbesserung des Lageindex auf minus 55 Zähler gerechnet.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stieg um 2,9 auf 34,7 Zähler. Mit dem Anstieg entfernte sich das ZEW-Barometer für Deutschland von seinem langfristigen Durchschnitt von gut 34 Zählern. Im September war der Indikator auch wegen der politischen Unsicherheit nach der Wahl um mehr als elf Punkte eingebrochen, nachdem er zuvor drei Anstiege in Folge verbucht hatte.

Auch Volkswirte wie Gunnar Meyke von der DekaBank sagten, die politische Entwicklung habe trotz der kräftigen Weltkonjunktur einen deutlicheren Anstieg verhindert, „weil sich seit September auch die letzten Hoffnungen auf eine reformfreudige Regierung zerschlagen haben dürften.“ Auch die Spekulation um eine baldige Zinserhöhung dürfte die Stimmung am Finanzmarkt nach einstimmiger Einschätzung der Ökonomen gedrückt haben.

Einige andere Umfragen haben zuletzt die Zuversicht über eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland gestärkt. So hatte sich das Ifo-Geschäftsklima im September verbessert, und auch Umfragen unter Einkaufsmanagern signalisierten eine deutliche Verbesserung der Lage bei Industrie und Dienstleistern. Carsten Klude von MM Warburg wies jedoch darauf hin, dass es am Finanzmarkt Sorgen über die wirtschaftliche Lage in den USA gebe.

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