ZEW-Index
Ökonomen sehen Anzeichen für Stabilisierung

Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in Deutschland ist im Juli gefallen. ZEW-Präsident Franz konnte den Zahlen dennoch etwas positives abgewinnen. Der Rückgang fiel nicht so stark aus wie in den Vormonaten.
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Berlin/MannheimDie eskalierende Schuldenkrise steigert die Konjunkturskepsis der Börsenprofis in Deutschland. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten fiel im Juli um 2,7 Punkte und steht nun nach Angaben des Mannheimer Instituts vom Dienstag bei minus 19,6 Zählern. Dies war der dritte Rückgang in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten eine Abschwächung auf minus 20 Punkte erwartet.

"Der Rückgang der Konjunkturerwartungen für das Jahresende 2012 flacht langsam ab. Vielleicht sind das die Vorboten einer erfreulichen Entwicklung im Jahr 2013", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Dennoch dürften die Risiken nicht kleingeschrieben werden. Neben der schwachen Nachfrage aus der Euro-Zone nach deutschen Exportgütern belaste die heimische Konjunktur, dass die Wachstumsdynamik in weiteren wichtigen Partnerländern abnehme.

Auch Heinrich Bayer von der Postbank wertete die Zahlen ebenfalls als Zeichen für eine Stabilisierung. "Nach den Abstürzen der vergangenen zwei Monate sehen wir zum ersten Mal Stabilisierungsansätze. Die Stimmung ist weiterhin gedrückt, aber das Bild hat sich nicht mehr maßgeblich verschlechtert, sagte er. Die Lage habe sich allerdings deutlich verschlechtert. " Und je schlechter die Lage ist, desto leichter ist es natürlich zu einer Stabilisierung der Erwartungen zu kommen."
Pessimistischer äußerte sich hingegen Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Die Konjunkturaussichten haben sich weiter eingetrübt. Während die Konjunktur in der Euro-Zone unter der Schuldenkrise und den Sparanstrengungen zusehends leidet, zeigen sich die Indikatoren aus dem Rest der Welt schwach," sagte Scheuerle. "Wir erwarten ein schwaches Sommerhalbjahr mit einer Rezession in der Euro-Zone und einem nahezu stagnierenden Wachstum in Deutschland."



Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " ZEW-Index: Ökonomen sehen Anzeichen für Stabilisierung"

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  • "Sind diese Ökonomen völlig besoffen?"

    Nein.
    Die sind mit 800 - 1000 €/h sehr gut bezahlt.

    Für das Geld können Sie bei diesen Experten jede wissenschaftliche Meinung bestellen.

    Das ist der Trick: Göbbels hat noch selber gelogen. Unsere Poliziker lügen nicht mehr selber. Die zitieren Lügen aus bestellten Gutachten und waschen ihre Hände in Unschuld.

  • „Ökonomen sehen Anzeichen für Stabilisierung.“ Das kann doch nur ein schlechter Witz sein. Seit Jahren und Monaten erleben wir die nicht mehr enden wollende Banken- und Wirtschaftskrise.

    Wir spüren die Rezessionen in den verschiedenen EU-Staaten und den massiven Sozialabbau in Südeuropa.

    Die Politik zeigt uns keine vernünftige Lösung der Banken- und Wirtschaftskrise auf. Sämtliche Banken dürfen weiterhin wie wild mit unserem Steuergeld zocken, und dann diese Aussage „Ökonomen sehen Anzeichen für Stabilisierung.“ Sind diese Ökonomen völlig besoffen?

  • Zu Herrn Franz hab ich was gelesen, und zwar über die eMail von Notheis an Herrn Mappus: Die Mail zeigt, dass Franz von der Politik abhängig ist, ihr „einen Gefallen schuldet“. Die Mail stammt vom 22. November 2010. Anfang Februar 2011 wurde Franz von Mappus für dens Aufsichtsrats der EnBW nominiert. Am 27. März wurde sein Gönner Mappus abgewählt, am 19. April legte Franz seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat von EnBW nieder.
    Ein Schelm der hier irgendwelche Zusammenhänge sieht!
    Hätte Franz nur ein wenig „wissenschaftlichen“ Anstand müsste er als Vorsitzender des Sachverständigenrates zurücktreten.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=13856#h11

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