ZEW-Index steigt erneut an
Finanzprofis setzen auf den Herbst

Ungebremster Optimismus bei den Finanzmarktprofis: Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im März erneut gestiegen. Die Börsianer halten das Schlimmste für überstanden. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die Realwirtschaft nicht spürbar von Finanzkrise betroffen.

HB BERLIN. Professionelle Anleger und Analysten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im März erneut besser. Ausgehend von dem derzeit schwachen Wirtschaftswachstum in Deutschland rechnen sie damit, dass sich die Konjunktur ab September 2008 wieder belebt. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen stieg um 7,5 auf minus 32,0 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 40,0 Zähler gerechnet.

„Der Optimismus der Finanzanalysten gründet sich vermutlich auf die Hoffnung, dass bei der Finanzmarktkrise das Schlimmste in einem halben Jahr überwunden sein wird und die Konjunkturdynamik sich nicht mehr abschwächt als bisher erkennbar“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter 285 Experten.

Die Börsianer sind insbesondere für die Vereinigten Staaten auf Sicht von sechs Monaten optimistischer gestimmt. Sie bewerteten die Aussichten für die US-Wirtschaft nicht mehr so negativ. Zudem dürfte der Euro seine Rekordjagd nicht fortsetzen, was den Exporteuren helfe. Auch für den privaten Konsum sind die Experten optimistischer.

Trotz des zweiten Anstiegs in Folge verharrt der Index unter seinem historischen Mittelwert von 30,3 Punkten. Die Lage wurde von den Experten erneut negativer beurteilt. Der Teilindex sank um 1,6 auf 32,1 Zähler. Volkswirte hatten mit einem stärkeren Rückgang auf 30,4 Zähler gerechnet.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verbesserten sich ebenfalls im März. Der Euro-Indikator steigt deutlich um 6,4 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 35,0 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nimmt im März um 2,4 Punkte ab und steht nun bei 19,4 Punkten.

Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder.

DIW: Realwirtschaft nicht spürbar von Finanzkrise betroffen

Während die Finanzmarktprofis auf dem Herbst hoffen, hat laut neuer Konjukturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die deutsche Wirtschaft bereits zu Jahresbeginn wieder Tritt gefasst. Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für das laufende Quartal ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von gut 0,5 Prozent. Das Wachstum werde damit im ersten Quartal kräftiger ausfallen als Ende 2007 mit 0,3 Prozent, hieß es.

„Damit zeigt sich die Volkswirtschaft zum Jahresauftakt in einer robusteren Verfassung als bislang erwartet“, sagte der DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. Belastungen wie die Finanzkrise und die schwache US-Wirtschaft seien überraschend gut verdaut worden. Entscheidend für den weiteren Jahresverlauf bleibe, ob die Binnenwirtschaft an Kraft gewinne.

Zumindest für das erste Quartal sieht es danach aus. Handel, Gaststätten und Verkehr dürften um etwa 0,25 Prozent zulegen, schätzt das DIW. Ende 2007 hatte es noch einen Rückgang von 0,5 Prozent gegeben. Die Bautätigkeit könne mit 1,7 Prozent erstmals nach einem drei Quartalen wieder zulegen. Dabei helfe der milde Winter. Dadurch gab es weniger witterungsbedingte Ausfälle als üblich.

Die Industrie findet dem DIW zufolge mit einem Wachstum von einem Prozent Anschluss an das starke Vorjahr und bleibt wichtigste Konjunkturstütze. Getragen werde die Industriekonjunktur vor allem von den Produzenten von Investitionsgütern. Auch die Dienstleister seien in einer robusten Verfassung.

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