ZEW-Index überraschend gefallen
Finanzprofis in schlechter Stimmung

Pessimismus bei den Börsenexperten: Die Finanzmarktprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wieder schlechter. Das ZEW-Stimmungsbarometer ist im April überraschend deutlich abgefallen. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Dax.

HB BERLIN. Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im April wider Erwarten eingetrübt. Nach der Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel der Index der Konjunkturerwartungen auf minus 40,7 von minus 32,0 Punkten im März. Von Ökonomen hatten einen Anstieg des Index auf minus 29,5 Punkte vorhergesagt.

Hohe Preissteigerungen belasten

„Neue Höchststände des Euro und des Ölpreises trüben die Erwartungen wieder ein“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter 307 Analysten und Anlegern. Die hohe Teuerung dämpfe zudem die Kaufkraft und schwäche den Konsum. Schwächere Auftragseingänge bei den Unternehmen signalisierten zudem eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik.

„Der leichte Optimismus der Finanzanalysten im Vormonat war anscheinend nur ein kleines Zwischenhoch, sagte Franz. „Gleichwohl besteht derzeit kein Anlass zu stärkerem Konjunkturpessimismus.“ Die Wirtschaft könne in diesem Jahr um rund 1,7 Prozent wachsen. Die Börsianer bewerteten die Lage etwas besser als noch im März. Dieser Teilindikator verbesserte sich um 1,1 auf 33,2 Zähler.

Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verschlechtern sich im April. Der Euro-Indikator sank deutlich um 9,8 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 44,8 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm um 3,9 Punkte ab und steht nun bei 15,5 Punkten.

Der überraschend starke Rückgang des ZEW-Index drückte den Euro und den Dax. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,5825 Dollar von etwa 1,5855 Dollar vor Veröffentlichung der Daten, erholte sich dann aber rasch wieder. Der Dax weitete seine Verluste nach Veröffentlichung der Daten leicht aus und notierte mit 6544 Punkten 0,2 Prozent niedriger.

„Das ist angesichts des hohen Ölpreises und des starken Euro wenig verwunderlich“, sagte Analyst Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Dies sei ein Zeichen der Eintrübung des Wirtschaftsklimas. Allerdings seien die vom ZEW befragten Finanzmarktprofis zuletzt pessimistischer als die Unternehmen gewesen.

„Der Rückgang sowohl der aktuellen Lage als auch der Erwartungen ist schon eine Enttäuschung“, sagte Antje Hansen von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Bei der Erwartungskomponente habe man mit der dritten Verbesserung in Folge gerechnet, diese Erwartung habe aber getrogen.

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