ZEW-Index
Zuversicht der Märkte sinkt

Die Finanzmärkte beurteilen die Aussichten für die deutsche Konjuntur mittlerweile weniger zuversichtlich als noch zu Jahresbeginn: Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist mittlerweile um fast zehn Punkte abgesackt.

HB MANNHEIM. Wie das ZEW am Dienstag mitteilte, ging der Saldo der Konjunkturerwartungen der rund 400 monatlich befragten Analysten und institutionellen Anleger März auf 63,4 von 69,8 Punkten im Februar Punkte zurück. Am Januar hatte das ZEW einen Index von 71,0 Punkten ermittelt. Damit liegt der Index aber weiter deutlich über seinem historischen Mittelwert von 35,1 Zählern.

Die aktuelle Lage beurteilten die Experten weit weniger skeptisch, der entsprechende Indikator stieg auf minus 8,4 von minus 19,5 Punkten. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg des Erwartungsindikators auf 71,0 Punkte und einem Lagesaldo von minus 15,8 Punkten gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone sank auf 61,1 von 66,0 Punkten.

„Offenkundig motiviert die Finanzmarktexperten das derzeitige allgemeine Stimmungshoch“, erklärte Instituts-Chef Wolfgang Franz. Nach Ansicht des ZEW dürfte sich in den kommenden Monaten die Nachfrage in Deutschland günstig entwickeln, während die Zinserhöhungen der Notenbanken weltweit die deutschen Exportaussichten etwas verschlechtern dürften.

Franz warnte jedoch, die Wachstumserwartungen mancher Institute und Analysten für Deutschland in diesem Jahr seien überzogen. Die harten Wirtschaftsdaten rechtfertigten kein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent in diesem Jahr. „Ich sehe nicht, wo das herkommen soll“, sagte Franz, der auch dem Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“) angehört. Zuletzt hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Wachstumsprognose auf 2,1 von 1,5 Prozent angehoben. Die Bundesregierung erwartet nur 1,4 Prozent Wachstum, ebenso der Internationale Währungsfonds.

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