ZEW-Indikator
Finanzmarktprofis sehen erste Warnzeichen

Die Börsen-Korrektur hat professionellen Anlegern und Analysten nicht die Stimmung verdorben. Die Konjunkturzuversicht der Finanzmarktprofis stieg auch im März. Allerdings fiel der Zuwachs des ZEW-Indikators schwächer aus als in den Vormonaten. Auch bei der Lage-Beurteilung gab es einen Dämpfer.

HB BERLIN. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland setzt sich nach Einschätzung von Finanzmarktexperten fort. Doch hat sich der Erholungskurs im März etwas abgeschwächt, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Die Konjunkturerwartungen stiegen um 2,9 Punkte auf 5,8 Punkte. Damit liegt der ZEW-Index weiterhin unter seinem historischen Mittelwert von 33,2 Punkten.

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter auf Expansionskurs und die Nachfrage nach Arbeit steigt“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter rund 300 professionellen Anlegern und Analysten. "Dies sollte von den Tarifvertragsparteien jedoch nicht für überzogene Lohnforderungen missbraucht werden." Der größere Optimismus fußt den Angaben zufolge auf der guten Auftragslage der Unternehmen. Auch die Stimmung der Konsumenten habe sich wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt beruhigt.

Erstmals seit Juni verschlechterte sich allerdings die Bewertung der aktuellen Lage. Der Indikator sank um 1,7 Punkte auf 69,2 Punkte. Nachdenklich stimmen laut ZEW auch nachlassende Auftragseingänge aus dem Ausland, die als Anzeichen für eine beginnende nachlassende weltweite Nachfrage interpretiert werden können. Ein weiteres Risiko bestehe in einem anhaltenden Ölpreisanstieg.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone gaben im März geringfügig nach. Der Euro-Indikator sank um 1,7 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei 5,1 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm im aktuellen Monat marginal um 0,2 Punkte zu und steht nun bei 66,9 Punkten.

An den Märkten wurden die Daten positiv gewertet. Der Dax legte nach der Veröffentlichung zu. Einziger Wermutstropfen sei bei der Erwartung zu erkennen, die an Dynamik verloren habe, sagten Händler.

»  Wie die Märkte auf die Daten reagieren

Volkswirte gaben sich ebenfalls überwiegend zuversichtlich. „Entsprechend unseren Erwartungen haben sich die ZEW-Konjunkturerwartungen verbessert. Die Analysten rechnen damit, dass der Aufschwung weiter brummt", sagte Brian Mandt von der Postbank.

Bernd Weidensteiner von der DT-Bank meinte: „Die Analysten haben offenbar die Aktienmarktprobleme und die stagnierenden Exportorders nicht so ernst genommen und sich stattdessen eher auf die Stärke des inländischen Aufschwungs konzentriert. Aber insgesamt ist der Wert noch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.“

Das ZEW befragt Finanzmarktexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder.

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