ZEW-Indikator liegt über langfristigem Durschschnitt: Zuversicht für deutsche Konjunktur nimmt zu

ZEW-Indikator liegt über langfristigem Durschschnitt
Zuversicht für deutsche Konjunktur nimmt zu

Nach Einschätzung von Finanzmarktexperten haben sich die Chancen auf eine baldige Rückkehr der zum Jahresende 2004 enttäuschend schwachen deutschen Wirtschaft auf Wachstumskurs haben sich weiter verbessert.

HB BERLIN. Der Saldo der Konjunkturerwartungen der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Analysten und institutionellen Anleger stieg nach ZEW-Angaben vom Dienstag im Februar auf 35,9 von 26,9 Punkten im Januar. „Die Erwartungen der Finanzanalysten deuten erfreulicherweise auf eine stabilere Aufwärtsentwicklung der Binnenkonjunktur hin, als von den Skeptikern vermutet wurde“, erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Für den wachsenden Optimismus machte der Wirtschaftsweise auch die niedrigen Zinsen, den günstigeren Euro und den Preisrückgang bei Rohöl verantwortlich.

Bankenvolkswirte schöpften nach den Daten Hoffnung, dass damit schon zu Anfang 2005 die Scharte des überraschenden Rückgangs der Wirtschaftsleistung ausgewetzt werden kann. „Der ZEW ist Balsam auf der wunden Seele nach dem enttäuschenden Schluss 2004“, sagte Fabienne Riefer von der Postbank. Der ZEW-Indikator lag im Februar erstmals seit September 2004 wieder über dem langfristigen Durchschnitt von 34,4 Punkten. Analysten hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf 30 Punkte erwartet. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Schlussquartal 2004 völlig überraschend um 0,2 % geschrumpft.

ZEW-Chef Franz äußerte sich aber im Reuters-Interview zuversichtlich für die weitere Wirtschaftsentwicklung und bekräftigte die Wachstumsprognose des Sachverständigenrats von 1,4 %. „Die Unternehmenstätigkeit nimmt etwas zu, weil die Firmen ihre Bilanzen in Ordnung gebracht haben und nun investieren.“ Auch die Verunsicherung der Konsumenten lasse etwas nach: „Es wird insgesamt eine leichte Konjunkturerholung, aber nicht mehr.“

Volkswirte wiesen darauf hin, dass allein auf Grund des unerwartet schwachen Jahresendes 2004 die Prognosen für 2005 etwas gesenkt werden müssen. Dennoch sehen die Analysten die deutsche Wirtschaft wieder wachsen. „Im ersten Quartal rechnen wir mit einer Belebung der Wirtschaft von 0,5 % im Vergleich zum Vorquartal“, sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage bewerteten auch die Finanzmärkte in der ZEW-Umfrage im Februar nicht mehr ganz so pessimistisch: Der entsprechende Indikator stieg auf minus 58,7 von minus 61,2 Punkten. Volkswirte hatten hier einen leichten Anstieg erwartet. Die Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone legten um rund sechs Punkte auf 36 Zähler zu.

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