ZEW-Umfrage
Europäische Zentralbank wartet weiter ab

Anders als die US-Notenbank wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre abwartende Haltung beibehalten. Dieser Eindruck wird von der Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter 306 Analysten untermauert, die dem Handelsblatt vorliegt.

som DÜSSELDORF. Zweifel an der Nachhaltigkeit des Aufschwungs in Europa und die Erwartung steigender Inflation halten sich demnach in ihren Wirkungen auf die Geldpolitik die Waage.

Abwarten erscheint geldpolitisch das Gebot der Stunde, obwohl immer mehr Analysten auch in Europa mit steigenden Inflationsraten rechnen – Hauptursache für höhere Zinsen. Von 14,5 % auf 28 % hat sich bei der Umfrage bis zum 19. April der Anteil der Experten nahezu verdoppelt, die höhere Teuerungsraten erwarten. Da die Inflation der Eurozone im März aber bereits bei 1,7 % lag, kommt daher in den kommenden Monaten allmählich die für die EZB entscheidende Zwei-Prozent- Grenze in den Blick.

Die Kombination aus zunehmenden Inflationsgefahren und ausbleibenden Zinsspekulationen ist nur durch den schwindenden Konjunkturoptimismus erklärbar. So signalisiert das von 64,3 auf 59,1 Punkte gefallene ZEW-Konjunkturbarometer für die Eurozone, dass die Zweifel am Aufschwung zunehmen.

Mit dieser Datenlage nimmt das Dilemma der EZB zu: Aufkeimende Inflationsrisiken sprechen für eine Zinserhöhung, die schwache Wachstumsperspektive für eine Zinssenkung. Beide Argumente haben derzeit ein vergleichbares Gewicht, so dass im Resultat mit unveränderten Leitzinsen zu rechnen ist. In der Umfrage erwarten 68 % (Vormonat: 73 %) eine weiterhin ruhige Hand der Währungshüter. Mit einer Zinserhöhung in den kommenden sechs Monaten rechnen 15,8 %, mit einer Zinssenkung 16,2 %.

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