ZEW-Umfrage
Finanzmärkte blicken positiver in die Zukunft

Die Hoffnung auf eine anhaltende konjunkturelle Erholung in Deutschland hat kräftigen Rückenwind erhalten.

HB BERLIN. Der Saldo der ZEW-Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger legte im Juli überraschend deutlich auf 37 von 19,5 Punkten im Monat zuvor zu, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. „Ob dies tatsächlich eine tragfähige Korrektur der Erwartungen nach oben bedeutet, wird sich noch zeigen müssen“, mahnte ZEW-Chef Wolfgang Franz zur Vorsicht. Hemmschuh für die Konjunkturerholung bleibe die schwache Binnennachfrage. „Das wird sich erst ändern, wenn die notwendigen Reformen auf den Gebieten Unternehmenssteuern, Systeme der sozialen Sicherung und Arbeitsmarkt beherzt weitergeführt werden“, erklärte Franz. Das ZEW-Barometer liegt allerdings nun wieder über seinem langfristigen Durchschnitt von 34,2 Zählern.

Die aktuelle Lage bewerteten die Experten kaum weniger ungünstig als bislang, der entsprechende Indikator kletterte auf minus 66,7 von minus 70,0 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg des Erwartungsindex auf 22 Punkte gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stieg um 12,3 Punkte auf 29 Zähler.

Das ZEW sah in der trotz des hohen Ölpreises weiter soliden weltweiten Konjunkturentwicklung den Hauptgrund für den starken Anstieg des Konjunkturbarometers für Deutschland.

Am Rentenmarkt weiteten Anleihen und Zinsfutures nach den ZEW-Daten ihre Verluste aus. Der richtungweisende Bund-Future fiel in einer ersten Reaktion auf ein Tagestief von 121,77 Punkten. Der Euribor-Future für Dezember, der kurzfristige Zinserwartungen in der Euro-Zone widerspiegelt, fiel auf ein Handelstief von 97,845 Punkten und näherte sich seinem Sieben-Monats-Tief aus der vergangenen Woche.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone nahmen im Juli ebenfalls deutlich zu. Der Euro-Indikator gewinne 12,3 Punkte gegenüber dem Vormonat und liege nun bei 29,0 Punkten. Der entsprechende Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbessere sich von Minus 38,3 Punkten auf Minus 32,6 Punkte. Das ZEW befragt für seine Erhebung jeden Monat Analysten und institutionelle Anleger.

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