Zimmermann sieht positive Effekte auf Arbeitsmarkt
DIW-Chef rechnet mit "ansehnlichem" Aufschwung

Nach Einschätzung von DIW-Chef Klaus Zimmermann befindet sich Deutschland in einem Aufschwung, der im kommenden Jahr auch die Zahl der Arbeitslosen spürbar reduzieren werde.

HB BERLIN. „Konkrete Zahlen darf ich noch nicht nennen“, sagte Zimmermann der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) mit Blick auf das kommende Woche anstehende Herbstgutachten der sechs führenden Forschungsinstitute. „Aber wir rechnen mit einem ansehnlichen Aufschwung für 2004 und 2005.“ Trotz Risiken wie dem hohen Ölpreis und der weltweiten Immobilienblase stünden die Chancen gut, dass die Weltwirtschaft weiter auf hohem Niveau wächst. „Es gibt daher auch in Deutschland keinen Grund zur Schwarzmalerei“, sagte Zimmermann.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für 2005 bislang ein Wirtschaftswachstum von 2,1 % und ist damit mit der zuversichtlichsten Prognose in die Gespräche der Institute für das gemeinsame Gutachten gegangen.

Das DIW rechnet Zimmermann zufolge damit, dass Unternehmen wie Verbraucher im kommenden Jahr ihre Zurückhaltung aufgeben werden. „Wir erwarten, dass zusammen mit den Reformen, die 2005 weiter umgesetzt werden, auch die Unternehmen wieder mehr investieren“, sagte Zimmermann. Die Reformen würden auch allmählich am Arbeitsmarkt wirken, auch wenn die Arbeitslosigkeit durch die Hartz-IV-Regelungen zunächst aus statistischen Gründen steigen könnte. „Insgesamt bin ich sehr optimistisch, dass der Wachstumsimpuls der Wirtschaft und die Anreize durch die Hartz-Reformen ausreichen werden, die Zahl der Arbeitslosen 2005 real gerechnet um einige 100 000 zu verringern“, sagte Zimmermann. „Dieser Abbau der Arbeitslosigkeit wird sich 2006 sogar noch beschleunigen.“

Weitere schnelle Reformschritte am Arbeitsmarkt lehnte der DIW-Chef ab. „Jetzt noch einmal Maßnahmen draufzusatteln würde nur die bisherigen Reformen gefährden und die Bürger erneut verunsichern“, sagte Zimmermann. Nun sei eine umfassende Wirtschaftspolitik notwendig, die die Nachfrage nach niedrig qualifizierten Arbeitskräften in Bereichen wie Gesundheit, Pflege oder Kinderbetreuung aber auch Privathaushalten ankurbele.

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