Zins-Bedingungen waren selten so günstig: Baukonjunktur auch 2005 rückläufig

Zins-Bedingungen waren selten so günstig
Baukonjunktur auch 2005 rückläufig

Im elften Jahr in Folge befindet sich die deutsche Bauwirtschaft in einer Rezession. Der Branchenverband ZDB rechnet auch in diesem Jahr mit einem Rückgang bei Investitionen, Umsatz und Arbeitsplätzen.

HB BERLIN. „Wir erwarten für das Jahr 2005 ein Volumen der Bauinvestitionen von rund 202 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 1,4 Prozent“, erklärte ZDB-Hauptgeschäftsführer Karl Robl am Mittwoch in Berlin. Daraus ergebe sich im Bauhauptgewerbe ein Umsatzverlust von 2,5 Prozent auf 77 Milliarden Euro und ein Stellenabbau von knapp vier Prozent auf 737 000 Menschen. „Dies bedeutet den Verlust von 30 000 Arbeitsplätzen“, hieß es.

Auch für die einzelnen Branchen Wohnungs-, Wirtschafts- und öffentlicher Bau erwartet der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) wenig Wachstumsimpulse im laufenden Jahr. Robl forderte Wirtschaft und Politik erneut zu mehr Investitionen auf, denn die Baubranche befinde sich im elften Rezessionsjahr in Folge.

Ende Januar hatte der ZDB ein Minus von mindestens 1 % bei den Bauinvestitionen und den Abbau von weiteren 25 000 Arbeitsplätzen im Bauhauptgewerbe erwartet. Der Wohnungsbau, immer noch die wichtigste der drei Bausparten, werde durch eine rückläufige Neubautätigkeit im Eigenheimbau belastet, erklärte Frauenrath am Mittwoch. Die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser als Indikator für zukünftige Aufträge liege 2004 nur noch bei etwa 172 000 Wohnungen und falle damit um über 10 % geringer aus als im Jahr zuvor.

Dabei seien die Bedingungen für den privaten Wohnungsbau angesichts niedriger Hypothekenzinsen und niedriger Baupreise selten so günstig wie zurzeit. "Aber die Menschen sind verunsichert", beklagte er. Frauenrath begrüßte den Vorstoß des Bundesbauministeriums, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm 2006 fortzuführen und aufzustocken. Der Sanierungsmarkt könnte durch die Fortsetzung und Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms wichtige Impulse erhalten.

Für das laufende Baujahr 2005 seien jedoch noch keine zusätzlichen Aufträge zu erwarten. "Wir gehen daher davon aus, dass auch bei den Bestandsmaßnahmen eher mit einer Stabilisierung als mit einer Ausweitung der Leistungen zu rechnen ist", meinte der ZDB-Präsident. Damit werde sich nachfrageseitig im Jahr 2005 keine wesentlich andere Situation am Wohnungsmarkt herausbilden.

Auch für den Wirtschaftsbau rechne das deutsche Baugewerbe nicht mit Wachstumsimpulsen, denn mit der zunehmenden Bedeutung des Exportes und der Verlagerung von Produktionsstandorten ins Ausland hätten wichtige Industriezweige ihre Investitionsentscheidungen zu Gunsten ausländischer Standorte getroffen.

Auch für den öffentlichen Bau erwarte der ZDB angesichts von Konsolidierungszwängen und ungelösten Haushaltsfragen keine positiven Impulse. Daher erneuerte Frauenrath seine Forderung, dann doch wenigstens verstärkt Public-private-Partnership-Projekte einzusetzen. Angesichts der weiterhin schlechten Baukonjunktur forderte Frauenrath erneut höhere Investitionen. Die Bundesregierung müsse mit ihrer Wirtschaftspolitik die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Unternehmen bereit seien, am Standort Deutschland zu investieren und nicht Arbeitsplätze in großer Zahl ins Ausland zu verlagern.

Dazu gehöre ein konsistentes Steuerkonzept, das Unternehmen wie Bürger gleichermaßen entlaste, und eine Fortsetzung der Reform der sozialen Sicherungssysteme.

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