Zinsen erhöht
China fürchtet Überhitzung der Wirtschaft

Die chinesische Zentralbank hat zum dritten Mal in elf Monaten die Leitzinsen erhöht. Die Währungshüter sorgen sich zunhemend über den Trend zu einer höheren Inflationsrate und einer überhitzten Wirtschaft. Auch Ministerpräsident Wen Jiabao warnt vor einem "instabilen und unkoordinierten" Wachstum.

HB PEKING. Der Leitzins erhöhte sich am Sonntag um 0,27 Punkte auf 6,39 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit acht Jahren, wie die Zentralbank mitteilte. Der Zinssatz für einjährige Einlagen stieg von 2,52 auf 2,79 Prozent.

Die Anhebung solle das Wachstum der Investitionen und die Kreditvergabe bremsen, die Preisstabilität wahren und ein gesundes Wachstum der Wirtschaft sicherstellen, teilte die Zentralbank mit.Die Zinserhöhung folgte auf die Warnung von Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao, dass das chinesische Wirtschaftswachstum „instabil, unausgewogen, unkoordiniert und nicht nachhaltig“ sei.

„Indem die Zinsen erhöht werden, signalisiert die Zentralbank ihre Sorge über den Trend zu einer höheren Inflationsrate und einer überhitzten Wirtschaft“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Chefökonomen der asiatischen Entwicklungsbank (ADB) in Peking, Tang Ming. Chinas Wirtschaft war 2006 im vierten Jahr in Folge zweistellig mit 10,7 Prozent gewachsen. Vor allem der starke Anstieg der Exporte und Investitionen haben das Wachstum angetrieben. Die Zinserhöhung ist nach Überzeugung des Ökonomen Tang Ming nur eine „leichte Anpassung“ und nicht das Ende der Politik der Zentralbank, das Wirtschaftswachstum stärker unter Kontrolle zu bringen.

Chinas Regierung beklagt eine zu hohe Kreditvergabe, ein übermäßig starkes Wachstum der Anlageinvestitionen sowie Ungleichgewichte im Außenhandel, die 2006 zu einem Rekordüberschuss von 177 Milliarden US-Dollar geführt haben.

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