Zinsentscheid
Trichet verkneift sich das Schlüsselwort

Trichet betonte wieder die Risiken für stabile Preise auf mittlere Sicht. Seit Ende 2005 hat die Zentralbank ihren Leitzins auf vier Prozent verdoppelt, um die Inflation während des Aufschwungs im Zaum zu halten.

Analysten sagten zu Trichets Äußerungen in ersten Reaktionen: „Alles kam wie erwartet. Grundsätzlich hält er sich die Tür offen für weitere Zinserhöhungen", meinte Ralf Umlauf von der Helaba. "Trichet hat Inflationsrisiken thematisiert, aber da „strong vigilance“ nicht auftaucht, ist es sehr offensichtlich, dass im November keine Zinserhöhung ansteht."

Michael Schubert von der Commerzbank stimmte zu: „Mit Blick auf Zinserhöhungen ist er weiter zurückgerudert, und dafür gibt es drei Anhaltspunkte: Er hat nicht davon gesprochen, dass die Geldpolitik weiter akkommodierend ist. Er ist darauf eingegangen, dass die Geldmenge M3 wohl durch temporäre Faktoren überhöht wurde. Und er hat zum ersten Mal davon gesprochen, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten und Quartalen zwar weiter steigen aber dann auch wieder sinken wird. Das lässt mich darauf schließen, dass keine weiteren Zinserhöhungen zu erwarten sind.“

Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hatten vor allem den Geldmarkt belastet, da sich Banken aus Angst vor Verlusten untereinander kaum noch Geld liehen. Dies hatte die Marktzinsen deutlich verteuert und neben der EZB auch andere Notenbanken dazu veranlasst, zusätzliche Milliarden in den Geldkreislauf zu pumpen.

Wegen der Hypothekenkrise hat die US-Notenbank Fed bereits die Zinswende eingeläutet und ihren Leitzins auf 4,75 Prozent gesenkt, um weiteren Schaden für die Wirtschaft abzuwenden. Die Bank of England hingegen ließ ihren Leitzins am Donnerstag unverändert bei 5,75 Prozent.

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