Zinsentscheidung
Fed sieht wachsenden Inflationsdruck

Die US-Notenbank hat erneut vor einer steigenden Inflationsgefahr in den USA gewarnt. Die Spielräume für Preisüberwälzungen seien stärker erkennbar geworden, erklärten die Währungshüter. Die langfristigen Inflationsaussichten sieht die Fed aber weiter unter Kontrolle. Sie hatte erwartungsgemäß die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf drei Prozent erhöht.

HB NEW YORK. Erst in den letzten Handelsminuten drehte der Dow am Dienstag wieder ins Plus, nachdem die Fed mitgeteilt hatte, dass sie in ihrem Statement die Aussage über die langfristigen Inflationsaussichten weggelassen hatte. Diese Aussage wurde erst kurz vor Handelsende nachgereicht und sorgte für einiges Shortcovering an den Märkten, so Händler.

Der Dow Jones Index der Standardwerte schloss 0,05 Prozent im Plus bei 10.256 Punkten. Im Verlauf bewegte sich der Index zwischen 10.208 und 10.304 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 0,09 Prozent auf etwa 1161 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,23 Prozent auf 1933 Zähler zu.

Seit dem Sommer 2004 ist der Leitzins zum achten Mal in Folge erhöht worden. Zwar hätten jüngste Daten ein etwas langsameres Ausgabenwachstum gezeigt, doch die Lage am Arbeitsmarkt verbessere sich allmählich, hieß es in einer Erklärung der US-Notenbank, die sich nur wenig von den Aussagen zum Zinsbeschluss am 22. März unterschied.

Im Vorfeld der Zinsentscheidung war unter Marktteilnehmern spekuliert worden, dass die US-Notenbank angesichts der abgeschwächten Konjunktur einerseits und dem erhöhten Inflationsdruck andererseits am Wortlaut ihrer Erklärung größere Änderungen vornehmen könnte.

Dies geschah jedoch nur in einem sehr geringem Maße. Insbesondere wurde die Formulierung über „maßvolle Zinsschritte“ beibehalten, was Beobachter als Signal verstehen, dass die Straffung der Geldpolitik weiter in kleinen Schritten zu 25 Basispunkten erfolgen wird.

Mehrheitlich werteten die Analysten die Erklärung der Fed als Zeichen für eine Fortsetzung der bisherigen Politik. „Für mich sieht das alles wieder nach „deja vu' aus“, sagte Jeffrey Saut von Rymond James Financial. Hugh Johnson von Johnson Illington Advisers sagte: „Nach meiner Einschätzung ist das keine wirkliche Überraschung“. „Der Schritt hat den meisten Erwartungen entsprochen“, erklärte Robert Mitchell vom Northern Growth Fund.

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