Zinserhöhung unwahrscheinlicher
US-Erzeugerpreise deutlich schwächer als erwartet

Die Erzeugerpreise in den USA sind im Juli um 0,1 Prozent und damit deutlich schwächer als erwartet gestiegen. Dies schürte am Finanzmarkt Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed im September nicht mit einer weiteren Zinserhöhung gegen Inflationsgefahren vorgehen muss.

HB WASHINGTON. Vor allem niedrigere Auto- und Lebensmittelpreise begrenzten den Anstieg der vom Großhandel gezahlten Preise auf 0,1 Prozent nach einem Sprung um 0,5 Prozent im Juni, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Hauptpreistreiber war einmal mehr die Energie, die sich um 1,3 Prozent verteuert.

In der Kernrate, also ohne die Berücksichtigung der stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel, ergab sich deshalb sogar ein Rückgang um 0,3 Prozent. Damit war die Kernrate erstmals seit Oktober wieder negativ.

Volkswirte hatten bei der Kernrate einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet und bei den gesamten Erzeugerpreisen ein Plus von 0,4 Prozent. „Das gibt der Fed Rückendeckung. Die Märkte werden nun keine weitere Zinserhöhung einpreisen“, sagte Volkswirt Joel Naroff von Naroff Economic Advisers. Die US-Währungshüter hatten erst vergangene Woche erstmals seit zwei Jahren bei einer Sitzung ihre Zinsen nicht weiter erhöht und gleichzeitig offen gelassen, ob und wann sie die Geldpolitik weiter straffen werden.

Eine größere Bedeutung für die Geldpolitik als die Erzeugerpreise haben allerdings die Verbraucherpreise, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Experten erwarten im Juli einen Anstieg um 0,4 Prozent. Der Euro und die Aktien beidseits des Atlantik reagierten auf die Erzeugerpreise dennoch mit deutlichen Kursgewinnen. Die Daten drückten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf 25 Prozent von zuvor gut 40 Prozent, wie Zinsfutures signalisierten.

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