Zinserhöhungen
Chinas Inflationsrate leicht gesunken

Die Zinserhöhungen in China könnten Erfolg gehabt haben: Im April hat sich die Inflationsrate auf 5,3 Prozent verringert. Außerdem haben die Banken so wenig Kredite vergeben wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.
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PekingNach Jahren des ungestümen Wachstums zeichnet sich für Chinas boomende Wirtschaft eine leichte Abkühlung ab. Die Inflationsrate verringerte sich im April leicht auf 5,3 Prozent und nährte damit Hoffnungen, dass die Führung in Peking im Kampf gegen eine Überhitzung der Wirtschaft erste Erfolge erzielt. Noch im April war die Teuerung auf 5,4 Prozent und damit den höchsten Stand seit 32 Monaten nach oben geschnellt.

Die Notenbank hatte seit dem Herbst mit vier Zinserhöhungen gegengesteuert - offenbar mit Erfolg: Das Wachstum der Kreditvergabe der Banken fiel Ende April mit 17,5 Prozent so niedrig aus wie seit 29 Monaten nicht mehr. Auch die Industrieproduktion und der Einzelhandel haben ihr Wachstum gedrosselt. Falls der Trend anhält, könnte die Zentralbank bereits in der zweiten Jahreshälfte die Zinswende einleiten.

"Ich denke, sie wird die Zinsen dann nicht mehr erhöhen, sondern senken", sagte der Regierungsberater Wang Jian von der staatlichen Reformkommission. Auch die Erzeugerpreise sind im April nicht so stark gestiegen wie erwartet. Das Plus lag mit 6,8 Prozent genauso hoch wie im März. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit einem Anstieg um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Der weniger scharfe Anstieg der Erzeugerpreise, die als Frühindikator für die Verbraucherpreise gelten, deutet damit ebenfalls daraufhin, dass die Inflationsgefahr eingegrenzt werden könnte. Die Regierung in Peking strebt für das Gesamtjahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von höchstens vier Prozent an.

Erste Daten signalisieren, dass die Konjunktur nun etwas an Fahrt verlieren könnte. Die Industrie steigerte ihren Ausstoß im April um 13,4 Prozent und legte damit eine etwas langsamere Gangart an den Tag als im März, als ein Plus von 14,8 Prozent erreicht wurde. Auch die Geschäfte der Einzelhändler legten mit 17,1 Prozent nicht mehr ganz so stark zu wie im März (17,4 Prozent).

Das Exportgeschäft brummt jedoch stärker denn je: China hat nach den bereits am Dienstag veröffentlichten Daten im April so viele Waren ins Ausland verkauft wie noch nie. Der Umsatz schnellte auf 155,7 Milliarden Dollar (rund 109 Milliarden Euro) nach oben. Das waren 29,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Importstatistik waren jedoch Bremsspuren zu erkennen. Die Einfuhren stiegen mit 21,8 Prozent deutlich langsamer als von Experten vorhergesagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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