Zinspause
US-Notenbank bleibt wachsam

Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen und damit nach 17 Erhöhungen in Folge erstmals seit zwei Jahren eine Pause eingelegt. Die derzeitigen Energiepreise sorgen für Inflationsrisiken.

NEW YORK. Die US-Notenbank hat am Dienstag getan, was sich die Börsianer an der Wall Street und anderen Weltbörsen gewünscht hatten: Sie ließ ihre Leitzinsen unverändert und legte damit nach 17 Erhöhungen in Folge erstmals seit zwei Jahren eine Pause ein. Dennoch hat diese Zinspause an den Finanzmärkten nicht zu der erwarteten Rally geführt. Die Aktien- und Anleihemärkte reagierten eher verhalten auf die Entscheidung der Federal Reserve (Fed). Der Dollar bewegte sich kaum. „Die Zinspause war allgemein erwartet worden“, begründete Bill Gross die gedämpfte Stimmung an den Börsen. Gross ist Chef der Fondsgesellschaft Pimco.

Die Fed hatte zuvor die Leitzinsen in den USA unverändert bei 5,25 Prozent belassen. Allerdings fiel die Entscheidung im Offenmarktausschuss nicht einstimmig aus. Jeffrey Lacker, Präsident der Federal Reserve in Richmond, votierte für eine weitere Zinserhöhung. Das war eine Premiere für Notenbank-Chef Ben Bernanke, der damit die erste Gegenstimme seiner Amtszeit kassierte.

Die Meinungsunterschiede im Offenmarktausschuss zeigen, wie schwer sich die Notenbanker mit ihrer Entscheidung getan haben. Zwar hatte Fed-Chef Bernanke in den vergangenen Wochen bereits mehrfach eine Zinspause angedeutet und zur Begründung auf die sich abkühlende Konjunktur in den USA hingewiesen. Hohe Inflationszahlen haben die Entscheidung jedoch bis zuletzt fraglich gemacht.

So hatte das Arbeitsministerium noch kurz vor der Fed-Sitzung einen deutlichen Anstieg der Lohnstückkosten von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet. Die Kerninflation war im Juni um 2,4 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über der inoffiziellen Toleranzgrenze der Notenbank von etwa zwei Prozent. Der Offenmarktausschuss räumte denn daher auch ausdrücklich ein, dass „einige Inflationsrisiken bestehen bleiben“.

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