Zinspolitik
EZB-Ratsmitglieder warnen vor Inflationsrisiken

Mit Warnungen vor dem Risiko eines anziehenden Preisdrucks haben EZB-Ratsmitglieder ihre Bereitschaft zu einem höheren Leitzins unterstrichen. Die Zinsen seien auch nach der jüngsten Anhebung noch moderat, hieß es.

HB PARIS. „Wir können uns nicht auf den Lorbeeren der vergangenen acht Jahre ausruhen“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi mit Blick auf die niedrigen Teuerungsraten der Vergangenheit. EZB-Ratsmitglied Erkki Liikanen warnte ebenfalls vor steigendem Preisdruck in der Euro-Zone. „Wir haben mittelfristig Aufwärtsrisiken bei der Inflation." Die Zinsen seien auch nach der jüngsten Anhebung noch moderat und stützten das Wachstum in der Euro-Zone weiterhin.

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss Bini Smaghi zufolge gerade in dem aktuell positiven wirtschaftlichen Umfeld ihr Augenmerk auf mögliche Risiken für die Preisstabilität richten. Dazu zählte er steigende Ölpreise. „Wir müssen handeln, um diese Risiken auszulöschen“, deutete Bini Smaghi die Neigung der EZB zu steigenden Zinsen an.

Die EZB hatte ihren Leitzins Anfang März von 3,5 auf 3,75 Prozent angehoben und die Tür für mindestens einen weiteren Zinsschritt offen gehalten. An den Finanzmärkten wird bis Juni mit einer Erhöhung auf vier Prozent gerechnet. Damit hätte die Zentralbank das Zinsniveau seit Dezember 2005 verdoppelt, um den Preisauftrieb während der Konjunkturerholung zu bändigen.

Auch das am Monatsende aus dem EZB-Rat ausscheidende Mitglied Mitja Gaspari rechnet mit steigenden Zinsen in der Euro-Zone. „Ich wäre nicht überrascht, wenn die Leitzinsen künftig etwas höher wären als derzeit“, sagte der slowenische Notenbankpräsident in Ljubljana.

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