Zu ökonomischen Konsequenzen des Hurrikan hält sich Fed bedeckt.
US-Wirtschaft vor „Katrina“ weiter gewachsen

Die US-Wirtschaft ist der US-Notenbank (Fed) zufolge in den sechs Wochen vor dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ weiter gewachsen.

HB WASHINGTON. Nur im Bezirk Boston habe sich ein uneinheitliches Bild der Geschäftsaktivität gezeigt, erklärte die Fed in ihrem Konjunkturbericht Beige Book am Mittwoch. Bereits vor „Katrina“ habe es in fast allen der insgesamt zwölf Fed-Bezirken einen Anstieg der Energie-Kosten gegeben. In zahlreichen Bezirken habe sich in der Industrie und im Bausektor eine Verteuerung der Preise für Rohstoffe wie Stahl, Chemikalien und Zement ergeben. Energieintensive Betriebe hätten diese höheren Kosten in vielen Bezirken an ihre Kunden weitergegeben.

Das Wachstum habe auf einer breiten Basis stattgefunden und unter anderem den Einzelhandel, das Dienstleistungsgewerbe, den Finanzsektor, die Bauwirtschaft und den Tourismus umfasst. Allerdings wurden die Daten zum größten Teil vor den verheerenden Zerstörungen durch den Hurrikan „Katrina“ erhoben, schränkte die Notenbank die Aussagekraft des Reports ein.

Am Häusermarkt stellt die US-Notenbank eine nach wie vor starke Entwicklung fest, zugleich seien jedoch in einigen Märkten Zeichen für eine Abkühlung zu sehen. In mehreren Bezirke sei ein sich weiter anspannender Arbeitsmarkt zu beobachten, und bei einigen Berufen werde es schwierig, die passenden Arbeitskäfte zu finden, hieß es. In Kansas, Minneapolis und San Francisco sei ein moderater Lohndruck festgestellt worden. Das Verarbeitende Gewerbe habe größtenteils eine Ausweitung der Aktivität erlebt, nur in Boston und St. Louis sei die Entwicklung „gemischt“ verlaufen.

Das Beige Book dient dem für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) als wichtige Grundlage für die nächste Zinsentscheidung am 20. September. Die Fed hatte zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die maßvolle Straffung ihrer Geldpolitik fortsetzen wolle.

Wegen den weiträumigen Verwüstungen durch den Sturm halten Beobachter es für nicht ausgeschlossen, dass die US-Notenbank zu diesem Termin eine „Pause“ bei ihrem Zinserhöhungszyklus einlegt. Kurz vor der Veröffentlicht des Konjunkturberichts hat der Präsident der Federal Reserve von Chicago, Michael Moskow, jedoch erklärt, dass ein abschließendes Urteil über die ökonomischen Konsequenzen des Sturms noch nicht möglich ist.

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