Zuwachs im Februar: Japans Industrie spürt Wirtschaftserholung deutlich

Zuwachs im Februar
Japans Industrie spürt Wirtschaftserholung deutlich

Mit einem Anstieg um 0,3 Prozent im Januar legt die Industrieproduktion nun bereits seit einem halben Jahr in Folge zu. Das hat es in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft seit neun Jahren nicht mehr gegeben. Das jüngste Zeichen der Konjunkturerholung macht eine geldpolitische Wende in diesem Frühjahr wahrscheinlicher.

HB TOKIO. Die Zahl gab die Regierung am Dienstag bekannt. Die Betriebe im verarbeitenden Gewerbe können sich dank der regen Nachfrage im In- und Ausland über volle Auftragsbücher freuen und investieren verstärkt in neue Maschinen und Fabrikanlagen.

Erst vor einer guten Woche war bekannt geworden, dass die japanische Wirtschaft im vierten Quartal des vergangenen Jahres mit 4,2 Prozent zum Vorjahr stärker als jede andere Industrienation gewachsen ist. Sollte sich der Wachstumstrend bis zum Ende dieses Jahres fortsetzen, wäre es die längste wirtschaftliche Expansionsphase seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Wirtschaftserholung sowie leicht steigende Verbraucherpreise nähren die Erwartung, dass die Zentralbank ihre jahrelang auf Deflationsbekämpfung ausgerichtete Nullzins-Politik bis zum Jahresende oder Anfang des kommenden Jahres beenden wird. In einem ersten Schritt vor einer Anhebung der Zinsen könnte sie laut Analysten möglicherweise schon im März oder im April die in die Wirtschaft gepumpte Liquiditätsschwemme zurückfahren. Als eine Bedingung für ein Ende ihrer äußerst lockeren Geldpolitik sieht die Bank von Japan einen dauerhaften Anstieg der Verbraucherpreise. Diese waren im November und Dezember um 0,1 Prozent gestiegen.

Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) mitteilte, erwarten die Unternehmen einen weiteren Anstieg der Industrieproduktion im Februar von 0,5 Prozent, gefolgt von einem vorübergehenden Rückgang von 0,7 Prozent in Folge der Routinewartung einiger Chemiefabriken. Das Wachstum im industriellen Sektor wirkt sich auch auf die Lage am Arbeitsmarkt aus. Im Dezember verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr um 50 000 auf 2,65 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank im Gesamtjahr im Durchschnitt von 4,7 Prozent auf 4,4 Prozent und lag damit so niedrig wie seit 1998 nicht mehr.

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