Zuwächse im Nicht-Lebensmittelbereich
Einzelhandel gewinnt an Schwung

Im deutschen Einzelhandel geht es weiter aufwärts. Nach dem guten Start im Januar stiegen die Umsätze auch im Februar. Die größten Zuwächse verzeichnete der Nicht-Lebensmittelbereich mit Büchern, Schmuck und Kosmetik. Größter Verlierer war der Versandhandel.

HB BERLIN. Der Branchenumsatz fiel um 0,4 Prozent geringer aus als im Januar, lag aber 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt nach ersten Berechnungen mitteilte. Dabei verbuchten vor allem Bekleidungs- und Schuhgeschäfte sowie der Facheinzelhandel etwa mit Schmuck oder Büchern höhere Einnahmen. Schlecht entwickelten sich aber der Versand- und der Lebensmittelhandel. Experten erwarten, dass der private Konsum, zu dem der Einzelhandel rund 30 Prozent beiträgt, das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal stützt.

Ohne Preisveränderungen (real) stiegen die Umsätze zum Vorjahr um 1,1 Prozent und gingen gegenüber Januar um 0,6 Prozent zurück. Analysten wie Sebastian Wanke von der DekaBank sprachen insgesamt von durchaus guten Zahlen. Grund ist der starke Umsatzanstieg im Januar um nominal 1,8 und real 1,9 Prozent gegenüber Dezember, der im Februar nicht wieder vollständig von dem Umsatzminus aufgezehrt wurde. Nach Berechnung der Bundesbank sanken die realen Umsätze inklusive Autos und Tankstellen innerhalb eines Monats um 0,8 Prozent, lagen damit aber immer noch 0,9 Prozent über dem Vorjahr.

Matthias Rubisch von der Hypo-Vereinsbank sagte zu den Zahlen, das Umsatzniveau im Schnitt der beiden ersten Monate sei recht ordentlich und liege mit nominal zwei und real 1,4 Prozent deutlich über dem Vorjahreszeitraum. Und auch zum Schlussquartal des vergangenen Jahres stünden die Umsätze deutlich höher: „Der private Verbrauch kommt im ersten Quartal wieder ins Plus.“ Die Einzelhandelsdaten werden gewöhnlich stark revidiert, die ersten Zahlen beruhen auf nur sechs Bundesländern. Wanke sagte, möglicherweise gebe es deshalb sogar noch etwas Luft nach oben: „Das passt zu unserem Bild, dass der private Konsum dieses Jahr ins Laufen kommt.“ Bereits jetzt sei der Vorzieheffekt der Mehrwertsteuererhöhung 2007 etwas zu spüren: „Die breite Brust des Verbrauchers hilft auch der Breite des Aufschwungs.“

Die Experten erwarten, dass die Konsumenten größere Anschaffung vorziehen, um nicht kommendes Jahr die drei Prozentpunkte höhere Mehrwertsteuer zahlen zu müssen. Während die Umsätze mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat nominal stagnierten und real um 1,3 Prozent niedriger ausfielen, legte der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln nominal und real um rund drei Prozent zu. Facheinzelhändler verbuchten sogar nominal 5,4 und real 7,3 Prozent mehr Einnahmen. Der Versandhandel schloss die Bücher im Februar dagegen mit einem Umsatzminus zum Vorjahresmonat um nominal 3,7 und real 2,8 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%