Zweite Amtszeit
US-Volkswirte rechnen mit Bernanke

Nach Ansicht von befragten US-Volkswirten muss US-Notenbankchef Ben Bernanke nicht um eine zweite Amtszeit bangen – trotz Anschuldigungen und Gegenwinds im Kongress.

HB WASHINGTON. In einer am Dienstag veröffentlichten Reuters-Umfrage sagten 35 von 39 befragten Ökonomen, Präsident Barack Obama werde Bernanke auch nach dem Ende des Mandats am 31. Januar 2010 im Amt belassen. Zuletzt hatte es jedoch Spekulationen gegeben, Obama könnte seinen Wirtschaftsberater Lawrence Summers mit der Aufgabe an der Spitze der Notenbank betrauen. In der Umfrage gaben jedoch nur vier Analysten an, dass sie für nächstes Jahr mit Summers als oberstem Fed-Banker rechnen.

Bernanke genießt bei den Ökonomen hohes Ansehen: „Er versteht wirklich viel von Wirtschaftsgeschichte, und ich kann mir niemanden vorstellen, der besser für die Spitze der Notenbank geeignet wäre“, sagte Stephen Pope von Cantor Fitzgerald. Die Fed hatte unter Bernankes Führung rasch mit Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen für die Märkte auf dem Ausbruch der Finanzkrise reagiert.

Zuletzt stand Bernanke jedoch unter Beschuss. In einer Parlamentsanhörung beschuldigte ihn Bank-of-America-Chef Ken Lewis, im Winter 2008 Druck bei der Übernahme der angeschlagenen Investmentbank Merrill Lynch ausgeübt zu haben. Bernanke habe ihn dazu gedrängt, trotz der absehbaren Milliarden-Verluste von Merrill das Geschäft nicht abzusagen. Auch im US-Kongress hat der US-Notenbankchef Kritiker, die sich einen größeren Einfluss des Parlaments auf die Geldpolitik wünschen und denen Bernankes eigenständiger Kurs ein Dorn im Auge ist.

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