Zweites Standort-Ranking der Bertelsmann-Stiftung
Die rote Laterne geht an Deutschland

Deutschlands Position im internationalen Standort-Ranking der Bertelsmann-Stiftung hat sich leicht verschlechtert. Die Bundesrepublik kommt auf den letzten Platz von 21 untersuchten Industriestaaten. Schon im Herbst 2004, als die Bertelsmann-Stiftung ihr Ranking erstmals veröffentlichte, war Deutschland das Schlusslicht. Dieses Mal ist die Punktzahl aber noch niedriger. Die Stiftung will die Rangliste alle sechs Monate aktualisieren.

DÜSSELDORF. In den Erfolgs-Index der Stiftung fließen vier Komponenten ein: die Arbeitslosenquote, die Zahl der Erwerbstätigen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf und das Potenzialwachstum. Einzig die Zahl der Erwerbstätigen hat sich seit Herbst verbessert – sie ist um 0,2 Prozent gestiegen. "Das ist aber keine durchgreifende Trendumkehr", schreiben die Ökonomen der Stiftung. Sie führen den Anstieg auf die größere Zahl geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse und die Gründung von Ich-AGs zurück.

Die anderen drei Komponenten des Rankings haben sich dagegen verschlechtert: Die Arbeitslosenquote – gemessen nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation Ilo – ist in 2004 auf 9,8 von 9,3 Prozent im Vorjahr gestiegen. In Irland, das auf Platz eins kommt, liegt die Arbeitslosenquote nur bei 4,6 Prozent. Auch beim BIP pro Kopf – ein Maßstab für den Wohlstand eines Landes – ist Deutschland weit abgeschlagen und liegt um acht Prozent unter dem Durchschnitt der 21 Staaten. Das Potenzialwachstum hat sich von 1,6 auf 1,5 Prozent leicht abgeschwächt – im Durchschnitt liegt es bei 2,5 Prozent, in Irland bei 5,3 Prozent.

Die Liste der Ursachen für den Rückstand Deutschlands ist lang: "Die hohe Staatsverschuldung, die Abgabenbelastung, der unflexible Arbeitsmarkt, die Bürokratie", zählt Thorsten Hellmann, Volkswirt bei der Stiftung, auf.

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