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25.07.2007 

Innerhalb dieser äußerst dynamischen Prozesse muss ein Land gute Rahmenbedingungen bieten, damit es zu den Gewinnern gehört. Auch Deutschland muss stärker um Investitionen kämpfen, anstatt den Beleidigten zu spielen und an den Patriotismus zu appellieren. Das wird im Endeffekt Bürger und Unternehmen nicht davon abhalten, die besten Anlagechancen zu suchen.

Tatsächlich steigen die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland rasant. Von 2002 bis 2004 betrugen sie noch jeweils neun Milliarden Euro, kletterten 2005 auf 37 Milliarden und erreichten 2006 ein Niveau von rund 50 Milliarden Euro.

Umgekehrt fließt jedoch nicht mehr Kapital in Richtung Deutschland. Im Gegenteil: Die Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen sind in Deutschland gesunken. Der "World Investment Report 2006", der den Kapitalzufluss eines Landes in das Verhältnis zur Größe der Volkswirtschaft setzt, weist der Bundesrepublik nur noch Platz 123 zu.

Wenn wir den Rückgang der Investitionen in Deutschland weiter ignorieren, akzeptieren wir automatisch die Probleme von morgen. Die Folgen werden spätestens dann schmerzlich zu spüren sein, wenn sich die Weltkonjunktur wieder abkühlt. Keine der beiden deutschen Volksparteien wird von den Folgen eines Investitionsrückgangs profitieren können. Die große Koalition sollte deshalb schleunigst die Standortbedingungen dort verbessern, wo sie von aus- und inländischen Experten seit Jahren kritisiert werden: Intensivierung der Bildung, Vereinfachung des Steuerrechts, Bürokratieabbau und mehr Freiheit für unternehmerisches Handeln.

Die jüngst verabschiedete Reform der Unternehmensteuer senkt zwar auf Grund des Wettbewerbdrucks nach langem Zögern 2008 die Sätze. Gleichzeitig verschlechtern sich aber die für die unternehmerische Investitionsrechnung wichtigen Abschreibungsmöglichkeiten. Zudem bleibt unser Steuersystem gerade auch für ausländische Unternehmen ungewöhnlich kompliziert. Es schreckt deshalb ab.

Hoffnung macht dagegen die lang ersehnte Einführung der so genannten Reits (Real Estate Investment Trusts). Sie dienen der Kapitalisierung wertvoller Immobilienbestände. Die Reits werden dem deutschen Immobilienmarkt nach Expertenmeinung einen Investitionsschub von bis zu 50 Milliarden Euro bescheren. Auf Dauer kann das allein allerdings nicht ausreichen. Möge die Regierung deshalb gestärkt aus dem Urlaub kommen, damit sie die Kraft hat, der Wahrheit ins Auge zu blicken und die eine oder andere wichtige Weiche noch zu stellen.

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