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14.02.2008 
"Europäische Exzellenzinitiative"

1,3 Millionen für Bonner Ökonomen

von Olaf Storbeck

Riesenerfolg für den Bonner VWL-Professor Armin Falk: Der 40-jährige erhält von der EU 1,3 Millionen Euro für seine Forschung. Falk ist einer von ganz wenigen Deutschen, die in der ersten Runde einer "europäischer Exzellenzinitiative" erfolgreich waren. Mit dem Geld will er sich von der Lehre freikaufen.

Armin Falk, Universität Bonn (Foto: Olaf Storbeck)Lupe

Armin Falk, Universität Bonn (Foto: Olaf Storbeck)

Der European Reseach Council (ERC) ist eine neue Initiative der Europäischen Union zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler. In der ersten Runde werden 300 Wissenschafter in ganz Europa mit insgesamt 290 Millionen Euro unterstützt. Einziges Kriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz des Antragstellers und seines Forschungsprojekts. Mehr als 9000 Forscher hatten sich um eine Förderung beworfen.

In der ersten ERC-Runde schnitt Deutschland nach Angaben der Universität Bonn insgesamt vergleichweise schlecht ab. Nur 15 der 300 geförderten Forscher arbeiten in der Bundesrepublik. "Was die Zahl der bewilligten Projekte pro Einwohner anbelangt, landete das Land der Dichter und Denker abgeschlagen im letzten Drittel, die Nachbarn Schweiz und Niederlande dagegen auf Rang zwei und drei", heißt es in der Pressemitteilung der Uni.

Mit einem Großteil des Geldes will Falk für einen neuen Professoren-Kollegen ausgeben, der ihm die Lehrverpflichtungen an der Universtität abnimmt – Falk selbst kann sich dann stärker auf seine Forschung konzentrieren. „Die Details muss ich in den nächsten Wochen mit der Universtitätsleitung klären“, sagt Falk.

Falk wäre der zweite junge Ökonomie-Professor, der sich auf diese Art mehr Freiraum für die Forschung verschafft. Der Kölner Ökonom Axel Ockenfels, der 2006 den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis der deutschen Forschungsgemeinschaft erhielt, gibt einen Teil des Geldes ebenfalls für eine Professorin aus, die für in die Vorlesungen erhält.

An angelsächsischen Universitäten ist ein dieser so genannte „Teaching buyout“ üblich. Hier zu Lande lehnen dagegen lehnen es viele Wissenchaftspolitiker, Studentenvertreter und auch Professoren ab, dass sich besonders erfolgreiche Forscher „von der Lehre freikaufen“ können. Allerdings schrecken die hohen und unflexiblen Lehrverpflichtungen an deutschen Universitäten viele ambitionierte Nachwuchsforscher ab. An guten angelsächsischen Hochschulen stehen Professoren in der Regel nur halb so oft oder noch seltener im Hörsaal als in Deutschland.

Die Entscheidung des ERC für Armin Falk unterstreicht die herausragende Rolle, die die Bonner VWL-Fakultät in der deutschsprachigen Wirtschaftswissenschaft einnimmt. Bereits in der deutschen Exzellenzinitiative waren die Bonner Volkswirte überproportional erfolgreich. Das einzige von der DFG geförderte Exzellenzcluster, an dem Ökonomen maßgeblich beteiligt sind, befindet in der Stadt - ebenso wie eine der beiden in der Exzellenzinitiative geförderten ökonomischen Graduiertenschulen. Im Handelsblatt-Ökonomenranking ist Bonn vor München und Mannheim die führende Fakultät für Volkswirtschaftslehre in Deutschland, im deutschsprachigen Raum werden die Bonner Volkswirte nur von ihren Kollegen aus Zürich geschlagen.


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Armin Falk ist einer der forschungsstärksten Volkswirte seiner Generation im deutschsprachigen Raum, zeigt das Handelsblatt-Ranking. Regelmäßig veröffentlicht der in Köln und Zürich ausgebildete Forscher Arbeiten in den mit Abstand besten ökonomischen Fachzeitschriften. Falk war bis 2007 Forschungsdirektor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und dadurch gleichzeitig assoziierter Professor an der Uni Bonn. Im vergangenen Jahr verließ er das IZA und übernahm einen Lehrstuhl der Uni. Einen Ruf aus Toulouse lehnte er ab, ebenso wie das Angebot, Chef des Insituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit zu werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was Kollegen über Falk sagen und wofür er das Geld ausgeben will

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