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17.05.2006 
Ökonomie

Auf der Suche nach Wahrheit

von Olaf Storbeck

Die Wirtschaftswissenschaften haben seit 1946 mehrere Paradigmenwechsel durchgemacht. Wo steht die Disziplin heute? Eine Bestandsaufnahme.

Mehr als 716 000 Treffer liefert die Internet-Suchmaschine Google zu dem Begriff, der Buchhändler Amazon.de hat 402 Bücher dazu im Angebot, und Angela Merkel ist in ihrer ersten Regierungserklärung an vier Stellen darauf eingegangen: "Soziale Marktwirtschaft". Gut sechs Jahrzehnte ist diese Wortschöpfung alt, doch auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist sie noch in aller Munde.

Dabei ist bis heute nicht hundertprozentig sicher, wer den Begriff erfunden hat. "Das ist eine offene Frage", schreibt Nils Goldschmidt, Forschungsreferent am Freiburger Walter Eucken Institut, in einem Arbeitspapier. Klar ist: Alfred Müller-Armack war der Erste, der den Terminus "Soziale Marktwirtschaft" in einer Publikation benutzt hat. 1946 überschrieb er damit ein Kapitel in seinem Buch "Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft". Einige Quellen aber sprechen davon, Ludwig Erhard selbst habe den Begriff im Januar 1945 in einem Gespräch erfunden. Und schon in den frühen vierziger Jahren hatten liberale Ökonomenzirkel unter dem Stichwort "Sozialkapitalismus" Konzepte für eine Wirtschaftsordnung nach dem Krieg diskutiert. So diffus die Herkunft des Begriffs, so mächtig seine Strahlkraft: Die Chiffre "Soziale Marktwirtschaft" war und ist der Kitt für die Wirtschaftswissenschaften in der Bundesrepublik. Allerdings legten verschiedene Generationen von Ökonomen den Begriff höchst unterschiedlich aus.

Lesen Sie weiter auf Seite 2:Wie alles begann: Die Ära der Ordnungspolitik

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