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15.12.2008 
Bankenkrise

Bankenkrise – Die Lehren aus 1931

von Jörg Lichter

Vor 77 Jahren erlebte Deutschland schon einmal eine Bankenkrise. Damals gab es ein erschreckendes Maß an Markt- und Staatsversagen. Was können Politik und Notenbank aus der Geschichte lernen?

Schlangen vor einer Berliner Filiale der Danat-Bank am 13. Juli 1931. Foto: ArchivLupe

Schlangen vor einer Berliner Filiale der Danat-Bank am 13. Juli 1931. Foto: Archiv

Am Morgen des 13. Juli 1931 erlebten die Kunden der Darmstädter und Nationalbank (Danatbank) eine böse Überraschung: Sie standen vor verschlossenen Türen. Dort hing ein amtliches Kommuniqué : "Die Darmstädter und Nationalbank hat mitgeteilt, dass sie genötigt sei, ihre Schalter geschlossen zu halten. Die Reichsregierung wird aufgrund einer im Laufe des heutigen Tages ergehenden Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten durch volle Garantieleistungen für alle Einlagen für eine ruhige Abwicklung der Geschäfte der Danatbank Sorge tragen."

Doch der Versuch, durch die Staatsgarantie ein Übergreifen der Pleite auf andere Banken zu verhindern, scheiterte: Kunden stürmten alle anderen Kreditinstitute, um ihre Einlagen abzuheben. Überall im Land bildeten sich lange Schlangen vor den Bankfilialen. Das deutsche Finanzsystem stand vor dem Zusammenbruch. Nur massive Staatshilfe und zwei "Bankfeiertage", an denen der gesamte Zahlungsverkehr ruhte, retteten das Kreditwesen.

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Hat Jochen Sanio, der Chef der Bundesagentur für Finanzdienstleistungen, diese Bilder im Sommer 2007 vor Augen gehabt? Die Rettung der IKB-Bank durch den Staat begründete er zumindest damit, man habe damit die schlimmste Bankenkrise seit 1931 abgewendet.

Die Beinahe-Pleite der IKB sollte sich zwar als ein Vorgeplänkel einer weltweiten Bankenkrise erweisen, die im Herbst 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Fakt ist aber: Der Staat hat die Lehren aus der damaligen Krise gezogen, die ein erschreckendes Maß an Markt- und Staatsversagen offenbarte.

Als Folge des Ersten Weltkriegs und der Inflation hatten die deutschen Banken einen Großteil ihres Eigenkapitals und der Fremdeinlagen verloren. Auch nach der Währungsreform 1923 blieb der inländische Kapitalmarkt eng. Die vier Berliner Großbanken mit reichsweitem Filialnetz - Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerz- und Privatbank sowie die Danatbank - waren auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Vierzig Prozent der Einlagen aller Kreditinstitute stammten von dort. Zwei Drittel dieser Auslandseinlagen waren wegen der hohen deutschen Geldmarktzinsen kurzfristiger Natur.

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