Alarmierend ist, dass der Gebrauch von Kondomen wohl eher die Ausnahme ist: Nur bei jedem vierten Geschlechtsakt kommen sie zum Einsatz. Der Aufpreis, den Prostituierte für ungeschützten Geschlechtsverkehr nehmen können, ist gering – er liegt bei zwei Dollar beziehungsweise zehn Prozent des Preises. Im Schnitt einmal im Monat werden die Frauen Opfer von Gewalt.
Eine Prostituierte auf dem Chicagoer Straßenstrich kann pro Stunde zwischen 25 und 35 Dollar verdienen – das ist vier- bis fünfmal mehr als der Mindestlohn in der legalen Wirtschaft. „Angesichts der Arbeitsbedingungen und der Risiken, die die Frauen eingehen, erscheint mir das kein besonders hoher Aufschlag zu sein“, sagte Levitt.
Zu den erstaunlichen Ergebnissen der Studie gehört, dass sich Zuhälter offenbar für Prostituierte auszahlen. „Wenn es einen Zuhälter gibt, kommen die Prostituierten auf einen höheren Stundenlohn und haben weniger Ärger mit der Polizei“, so Levitt. „Als die Frauen, die wir interviewten, mitbekamen, dass wir durch die Untersuchung auch Zuhälter kennengelernt haben, fragten viele, ob wir ihnen nicht einen vermitteln können.“ Allerdings erscheint fraglich, inwieweit sich dieser Befund auf Länder übertragen lässt, in denen käuflicher Sex legal ist. Levitt: „In einem vollkommen unregulierten Markt wie dem von Chicago scheinen Zuhälter wichtig, um das Geschäft zu organisieren.“
