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17.03.2008 

Gilt das auch für die Bundesnetzagentur?

Ja. Doch die Bundesnetzagentur macht einen richtigen Job, wenn sie ein wenig Staub aufwirbelt. Die Regulierung ist hart, aber der Markt braucht einen aktiven Regulierer. Man muss aber wissen, dass es die perfekte Regulierung nicht geben kann. Das Stromnetz ist ein natürliches Monopol, da können sie nicht dieselbe Situation herstellen wie im Wettbewerb. Die Regulierung ist immer auf der schwierigen Suche nach einem Kompromiss, mit dem alle Beteiligten leben können.

Können Sie nachvollziehen, dass Eon sein Übertragungsnetz verkaufen will?

Eon wird schon wissen, warum sie das Netz verkaufen. Mit den Netzen lässt sich möglicherweise nicht mehr viel Geld verdienen.

Werden die anderen drei Übertragungsnetzbetreiber folgen?

Ich halte das für möglich.

Kommt jeder beliebige Investor als Käufer für das Eon-Netz infrage?

Es gibt durchaus strategische Gründe dafür, zentrale Infrastrukturindustrien nicht in ausländische Hand gelangen zu lassen. Da sollte man aufpassen.

Gazprom würde Ihnen also Bauchschmerzen bereiten?

Zu konkreten Unternehmen möchte ich nichts sagen. Aber man muss sich schon fragen, ob man möchte, dass ein Unternehmen, das eng mit dem russischen Staat verbunden ist, Infrastruktur besitzt, die von so hoher strategischer Relevanz ist. Wenn ein niederländisches Unternehmen einsteigen wollte, würde man das vermutlich anders bewerten.

Wie fänden Sie es, wenn der Staat das Stromnetz übernähme?

Wenn der Staat das vernünftig macht, kann das prinzipiell funktionieren. Es ist nicht per se ausgeschlossen, dass die öffentliche Hand ein geeigneter Netzbetreiber sein könnte. Ich glaube aber, dass ein Unternehmen das besser machen kann als der Staat. Es sollte machbar sein, ein Unternehmen als Netzbetreiber zu finden, mit dem alle zufrieden sind. Voraussetzung dafür ist ein effizientes Anreizsystem, egal, ob das Netz staatlich oder privatwirtschaftlich betrieben wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Die Gefahr eines Blackouts.

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