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10.07.2006 
Forschung

Deutsche Unis verlieren Kampf um Top-Ökonomen

von Olaf Storbeck

Der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung in Deutschland droht ein langsames Ausbluten. Trotz starker Anstrengungen haben auch renommierte Fakultäten des Landes immer größere Probleme, junge Spitzenökonomen zu halten. Nun verlassen gar zwei der produktivsten Nachwuchsforscher gleichzeitig das Land

DÜSSELDORF. „Die besten deutschen Nachwuchswissenschaftler gehen zunehmend ins Ausland“, warnt Martin Hellwig, Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. „Dieser Brain-Drain ist ein Alarmsignal.“

Ein Schlaglicht auf das Problem wirft die Entscheidung der Makroökonomen Dirk Krüger (Uni Frankfurt) und Felix Kübler (Uni Mannheim), Deutschland in Richtung USA zu verlassen. Die an amerikanischen Elite-Universitäten ausgebildeten Professoren, die beide 36 Jahre alt sind, waren erst vor zwei Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Mit ihnen verliert die deutsche Wirtschaftswissenschaft zwei der größten Talente, deren Entscheidung für Deutschland 2004 als großes Hoffnungszeichen gefeiert worden war.

Krüger und Kübler gehören zu den derzeit produktivsten deutschen Wirtschaftswissenschaftlern und haben in den vergangenen Jahren – zum Teil gemeinsam – Aufsätze in den weltweit angesehensten Fachzeitschriften wie dem „American Economic Review“ und dem „Review of Economic Studies“ veröffentlicht.

„Für die deutsche Wirtschaftswissenschaft ist der Weggang von Krüger und Kübler ein enormer Verlust“, sagt Harald Uhlig, Professor an der Berliner Humboldt-Uni und Deutschlands führender Makroökonom. „Wir schmoren ohnehin viel zu viel im eigenen Saft und sind auf Wissensinfusionen von außen angewiesen.“

Doch die verkrustete deutsche Universitätslandschaft ist für im Ausland tätige Top-Forscher in den seltensten Fällen attraktiv – und die besten Deutschen gehen lieber ins Ausland. Ein Internet-Forum für deutsche Auslandsökonomen, das Uhlig betreibt, listet mehr als 80 Wissenschaftler auf, die ihre Heimat verlassen haben – viele arbeiten bei Top-Adressen wie Stanford, Yale, Harvard oder dem MIT.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Krügen und Kübler hatten ähnliche Gründe für den Weggang aus Mannheim.

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