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13.10.2006 
Exzellenzinitiative

DFG stärkt Ökonomenausbildung in Bonn und Mannheim

von Olaf Storbeck

Die Ökonomen aus Bonn und Mannheim haben das Rennen gemacht. Die Deutschen Forschungsgemeinschaft fördert im Rahmen der Exzellenzinitiative an beiden Fakultäten Doktorandenschulen für Ökonomen.

Die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die am Freitag nachmittag bekannt gegeben wurde, war mit großer Spannung erwartet worden. Mit dem Zuschlag für die Ökonomie-Graduiertenschulen in Bonn und Mannheim stärkt die Deutsche Forschungsgemeinschaft zwei der führenden deutschen Hochschulen auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaft. Im Handelsblatt-Ökonomenranking VWL liegen die Fakultäten aus Bonn und Mannheim auf vorderen Plätzen. Mannheim ist zudem in Deutschland eine der ersten Adressen für wissenschaftliche BWL. Insgesamt fördert die DFG im Rahmen der Exzellenzinitiative 18 Graduiertenschulen über fünf Jahre - im Schnitt mit einer Million Euro pro Jahr.

"Wir freuen uns ganz außerordentlich über dieses hervorragende Abschneiden", sagte der Bonner Rektor Matthias Winiger, dessen Hochschule von der DFG auch den Zuschlag für ein mit 6,5 Mill. Euro gefördertes Exzellenzcluster in der Mathematik erhielt, an dem ca. 20 Prozent die Ökonomen der Fakultät beteiligt sind. Auch in Mannheim war die Freude groß: „Das ist ein wichtiger Erfolg, von dem die gesamte Universität profitiert“, freute sich der Mannheimer Rektor Hans-Wolfgang Arndt. „Wir werden hart daran arbeiten, uns mit unserer Doktorandenausbildung dauerhaft in der internationalen Spitze zu etablieren."

Eine strukturierte Doktorandenausbildung nach angelsächsischem Vorbild gilt als eine der zentralen Voraussetzungen dafür, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaftswissenschaft zu erhöhen. "Wir können in Europa nicht Harvard oder Chicago nachbauen", sagt Jacques Drèze, Gründungsvater der European Economic Association (EEA) - dafür seien die Budgets der amerikanischen Elite-Unis einfach zu hoch. "Aber wir können die Qualität der amerikanischen Doktorandenprogramme nachbauen", betonte der 77-jährige belgische Ökonom jüngst auf der EEA-Jahrestagung in Wien. "Für eine gute ökonomische Ausbildung braucht man keine Nobelpreisträger."

Die klassische deutsche Doktorandenausbildung steht schon lange in der Kritik. Wer nach dem alten Prinzip promoviert, ist oft ein wissenschaftlicher Einzelkämpfer, der jahrelang im stillen Kämmerlein an einem Buch arbeitet und auf Gedeih und Verderb auf seinen Doktorvater angewiesen ist. Wie qualifiziert und wie fördernd dieser tatsächlich sein wird, kann auch der beste Student im Vorfeld kaum beurteilen. "Wer heute noch allein an einem Lehrstuhl promoviert, wird keine Spitzenjobs in der Forschung bekommen", sagt Ernst-Ludwig von Thadden. Der international renommierte Ökonomieprofessor ist Absolvent der Bonn Graduate School of Economics und wissenschaftlicher Direktor des Centers for Doctoral Studies in Economics and Management an der Uni Mannheim. Die Lehrstuhlpromotion werde es zwar weiter geben, sie führe aber in die Zweitklassigkeit.

In den USA und Großbritannien sind spezielle Ausbildungsgänge für Doktoranden seit langem eine Selbstverständlichkeit. Die so genannten PhD-Programme machen die Nachwuchswissenschaftler mit vielen Kursen und Seminaren systematisch fit für wissenschaftliche Forschung auf höchstem Niveau.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kleine Gruppe hoch begabter Studenten früh fördern

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