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26.02.2007 

Wie verträgt es sich mit der Moral des Marktes, dass Top-Manager heute so oft unverhältnismäßig viel verdienen?

Per se ist es nicht unmoralisch, wenn Menschen ihre Arbeit zu dem Preis verkaufen, den ihnen der Markt bietet. Aber zugegeben: Bei Managergehältern gibt es ärgerliche Aspekte, besonders in den USA. Ich habe den Eindruck, dass es dabei Fehler im Marktmechanismus gibt oder Mängel in der Organisation der Unternehmen. Top-Manager zeichnen sich nicht durch besondere Fähigkeiten aus, anders als erstklassige Konzertpianisten. Die entscheidende Frage ist daher: Warum gibt es nicht mehr Bewerber für hoch dotierte Chef-Positionen? Vielleicht wollen viele hoch qualifizierte Leute einfach nicht die Risiken auf sich nehmen, die solche Positionen mit sich bringen.

Es sieht so aus, als ob der Preis für die Freiheit für viele zu hoch sei.

Das ist wahr. Wir alle schätzen die individuelle Freiheit nicht genügend. Sie ist für uns zu selbstverständlich. Das gilt besonders für Deutschland. Deutschland steht für eine Entwicklung, die sich in dieser extremen Form noch nirgends wiederholt hat. Auf den Zweiten Weltkrieg folgte das Wirtschaftswunder. Die Deutschen wurden bekannt für ihre ausgeprägte Arbeitsethik, sie arbeiteten fast übereifrig. Was danach passierte, ist eine Tragödie: Deutschland hat das Interesse an seinen Tugenden verloren. Das Beispiel zeigt, wie schnell man etwas verlieren kann, was mit der Kultur verwachsen zu sein schien. Aber dafür ist nicht der Wohlfahrtsstaat verantwortlich – er wurde niemandem aufgezwungen, die Leute haben sich freiwillig dafür entschieden.

Wie erklären Sie sich, dass steigender Lebensstandard mit einem Ausbau des kollektiven Sicherungsapparats einhergeht?

Der Grund dafür ist das, was ich „die Angst vor der Freiheit“ nenne. Die meisten Menschen sehnen sich nach einer Art Abhängigkeit, nach etwas, zu dem sie aufschauen können und von dem sie in gewisser Weise dann auch abhängig sind.

Sie selbst verknüpfen Freiheit und Marktwirtschaft. Wie universell sind diese Werte? Lassen sie sich exportieren, zum Beispiel in die muslimische Welt?

Unsere Vorstellung von Freiheit ist mit dem Islam wahrscheinlich nicht vereinbar. Deshalb hoffe ich, dass in Europa endlich Kräfte frei werden, die sich gegen die schrittweise Machtübernahme der Muslime wenden. In den Niederlanden ist das schon erkennbar. Aber die meisten Europäer scheinen blind oder hilflos in diesem Prozess zu sein. Wir erleben den Kampf der Kulturen, den Huntington prophezeit hat. In Europa ist die Situation dramatischer als in den USA. Europa muss bald sehr einschneidende Maßnahmen ergreifen, sonst kommt es an einen Punkt, an dem es nichts mehr unternehmen kann.

Woran denken Sie konkret?

Die Europäer müssen anfangen, bestimmte Gruppen genauer zu beobachten. Sie dürfen diesen Leuten die Immigration nicht erlauben und müssen sie unter Umständen ausweisen.

Ein Dialog ist nicht möglich?

Wir können gegenüber den Intoleranten nicht tolerant sein. Es gibt keinen Dialog, wenn eine Gruppe bereit ist, ihr Leben zu opfern für das Leben nach dem Tod. Der fundamentalistische Islam von heute ist in einer ähnlichen Situation wie die katholische Kirche vor etwa 500 Jahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 3:Wie lässt sich das moralische Vakuum im Westen füllen?

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