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16.06.2008 

Der zeitgleiche Eingriff ist ein Grundprinzip der Überkreuzspende Falls einer der Beteiligten seine Entscheidung in letzter Minute revidiert, werden auch die anderen Operationen gestoppt. Bei Proulx und Krafton lief alles glatt. "Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich bin", sagt sein Schwager Krafton. "Mir ist ein neues Leben geschenkt worden." Eine geglückte Organübertragung verdoppelt die statistische Lebenserwartung von Nierenkranken; die zeitraubende und quälende Blutwäsche entfällt; die chronische Müdigkeit - typische Begleiterscheinung eines schweren Nierenleidens - verschwindet. Krafton arbeitet heute wieder uneingeschränkt als Schulverwalter in Andover.

Zwar ist die Zahl der Transplantationen, an denen vier oder mehr Personen beteiligt waren, bislang gering: rund 250 insgesamt. Das liegt an dem Graswurzel-Charakter der Organisationen, die meist von engagierten Ärzten gegründet wurden. Oft dauerte es Monate, bis sie ein Netzwerk von Transplantationszentren aufgebaut hatten. Auch Krankenhäuser müssen oft mühsam überzeugt werden. Die Organisation von zeitgleichen Transplantationen überfordert manche Hospitäler. "Sie sind auf Überkreuzspenden einfach noch nicht eingestellt, das ist für sie Neuland", sagt Harvard-Ökonom Roth.

Die NEPKE-Initiative, die derzeit 80 Spender-Empfänger-Paare in ihrer Datenbank hat, vermittelte bislang 31 Operationen. Sie arbeitet aber mit Hochdruck daran, ihre Reichweite zu erhöhen. Dafür wurde die Software Schritt für Schritt optimiert: Seit einigen Monaten können die Transplantationszentren die medizinischen Daten von Teilnehmern direkt online eingeben. Auch sind es immer häufiger nicht nur zwei, sondern vier oder mehr Spender, die ihre Nieren wie bei einem Ringtausch weitergeben.

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