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15.04.2008 
Wirtschaftswissenschaft

Ökonomen im Abseits

von Dorit Heß

Die Bilanz ist bescheiden: 39 Graduiertenschulen und 37 Exzellenzcluster finanzieren Bund und Länder im Zuge der Exzellenzinitiative, Ökonomen sind gerade einmal in zweieinhalb Fällen dabei. Die Wirtschaftswissenschaft ist in der Exzellenzinitiative fast auf ganzer Linie gescheitert. Die Gründe für das magere Abschneiden.

"Ökonomen sind äußerst unbeliebt", schimpft der Mannheimer Volkswirt Axel Brösch-Supan, der den gescheiterten Cluster-Antrag koordinierte. Lupe

"Ökonomen sind äußerst unbeliebt", schimpft der Mannheimer Volkswirt Axel Brösch-Supan, der den gescheiterten Cluster-Antrag koordinierte.

BONN/MANNHEIM. Nur zwei Doktorandenprogramme in Bonn und Mannheim sowie einen halben Exzellenzcluster können Wirtschaftswissenschaftler für sich reklamieren.

Während Historiker und Archäologen eigene Cluster haben, sitzen Wirtschaftswissenschaftler nur im Beiboot von Mathematikern – im Bonner Cluster „Mathematics: Foundations, Models, Applications“. Die Uni Mannheim dagegen, die in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative mit einem Cluster von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern ins Rennen gegangen war, blitzte bei den Gutachtern ab.


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Was ist der Grund für diese magere Bilanz? Hat die Wirtschaftswissenschaft gegenüber anderen Fächern ein Akzeptanz- und Imageproblem? Oder sind die Ökonomen in Deutschland nicht gut genug?

„Es ist völlig verfehlt, dass ein Land wie Deutschland meint, man könne ohne exzellente ökonomische Forschung auskommen“, wettert der Mannheimer Ökonomie-Professor Axel Börsch-Supan, der den Antrag koordiniert hatte. „Ökonomen sind zutiefst unbeliebt, weil sie weder so knallhart abstrakt argumentieren wie Naturwissenschaftler noch so nah am Menschen schreiben wie Geisteswissenschaftler.“ Wie in keiner anderen wissenschaftlichen Disziplin seien Nicht-Fachleute auf dem Gebiet der Ökonomie der Meinung, auch komplexe Fragen selbst beantworten zu können.

„Das Land hat sich nicht gegen die Ökonomen verschworen“, beschwichtigt dagegen der Programmdirektor für Geistes- und Sozialwissenschaften bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Michael Schuster. Aber selbst er kann nicht erklären, warum das Konzept der Mannheimer am Ende keine Chance hatte. „Mannheim war in einem Fotofinish unterlegen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Gutachten über den Mannheimer Antrag.

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