Die Erklärung der beiden Forscher für ihr bemerkenswertes Ergebnis lautet: Ein Unternehmenslenker, der sich seiner Stellung so sicher ist, dass er sich einen Palast baut, ist wahrscheinlich übermäßig satt und mächtig und wird nicht mehr effektiv kontrolliert. Er könnte stärker mit dem Ausbau seines Ruhmes beschäftigt sein, als damit, den Gewinn seiner Aktionäre zu steigern.
Eine wichtige Information für Aktionäre ist der Studie zufolge auch, ob der Manager zur Finanzierung der Immobile Aktien des eigenen Unternehmens verkauft. Wenn er das nicht tut, dann ist die Performance der Aktie später deutlich besser. Daraus schließen die Autoren, dass Vorstandschefs, die ihrem Unternehmen nicht mehr allzu viel zutrauen, den Vorwand eines Immobilienkaufs gerne nutzen, um unauffällig ihre Papiere loszuwerden.
Vorbild Warren Buffet
Dass Bescheidenheit nicht nur eine Zier ist, sondern auch dem Unternehmenswert gut tut, zeigt Warren Buffet. Der Chef von Berkshire Hathaway wohnt in einem Haus in einer gewöhnlichen Gegend in Omaha, Nebraska, das er vor 50 Jahren für 31 000 Dollar kaufte. Bis er den größten Teil seines Vermögens an die wohltätige Stiftung von Bill Gates überschrieb, gehörte er zu den reichsten Menschen der Welt.
Sein Philanthropenfreund Bill Gates, der Microsoft-Begründer, schlägt dagegen in das andere Extrem. Er baute sich ein Haus in Washington State mit 6 600 Quadratmetren Wohnfläche und einem Grundstücks-Gesamtwert von geschätzt 140 Mill. Dollar. Gates klebte allerdings nicht an seinem Vorstandsstuhl, sondern übergab die Unternehmensleitung an Steve Ballmer, der eine bescheidenere Heimstadt mit nur 400 Quadratmetern Wohnfläche und einem Wert von 8 Mill. Dollar sein Eigen nennt.
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